Lokales

"Ikonenhafte Bildauffassung"

SCHLIERBACH Ruhe vermitteln und Staunen erwecken die Aquarellbilder, die die in Schlierbach lebende Erzieherin Claudia Spindler derzeit im Rathaus ausstellt. Bis Ende Januar kommenden Jahres sind knapp 50 Aquarelle zu sehen, die vorwiegend Blumen und schwäbische Landschaften in den Mittelpunkt stellen.

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JOACHIM KRUG

Der Auseinandersetzung mit der heimatlichen Landschaft und Wunderwerken heimischer Blüten hat sich Claudia Spindler (geb. Bückle) verschrieben, die in Schlierbach lebt und im Kindergarten von Rechberghausen arbeitet. So jedenfalls interpretiert Florian Stegmaier, Vorsitzender des Kunstvereins Kirchheim, die in kräftigen Aquarellfarben gehaltenen Bilder, von denen knapp 50 im Rathaus aufgehängt sind. "Die Bilder vermitteln Ruhe und erwecken im Betrachter ein Staunen", sie seien zentriert und farblich ausgemischt und verkörpern nach Stegmaiers Ansicht eine "ikonenhafte Bildauffassung."

Der Beginn der Landschaftsmalerei geht auf das 14. Jahrhundert zurück, als in Italien, dann in den Niederlanden und später auch in Deutschland ihre Verbreitung begann. Auch heute habe Landschaftsmalerei, wie sie Claudia Spindler betreibe, nichts von ihrer Attraktivität verloren. Die Bilder sollen beim Betrachter das Bewusstsein für "unsere" Landschaft und unsere Flora schaffen.

Ehe die Schlierbacher Autodidaktin 1986 begann, Aquarelle zu malen, hatte sie bereits erste Versuche mit Ölmalerei unternommen. Sie will den Betrachter ermuntern, die Schönheit von Blüten und Blumen in sich aufzunehmen und besonders die Schwäbische Alb als Landschaft besser kennen zu lernen. Ausstellungen hatte Claudia Spindler schon einmal in Schlierbach, aber auch bereits in Weilheim und Notzingen sowie im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung in Jebenhausen.

Mit zwölf Jahren hat sie angefangen, ihre Umgebung in Bildern festzuhalten, die ausschließlich in der Natur und beim Objekt selbst entstehen, also nicht im Atelier. Für Bürgermeister Paul Schmid ist die Ausstellung mit Bildern von Claudia Spindler nach Rundfunktag und Ortschronik-Präsentation das dritte Highlight der vergangenen Woche. Ausstellungen seien auch immer geeignet, Besucher des Weihnachtsmarkts, der gestern stattfand, ins Rathaus zu locken.

Bilder sind für Paul Schmid ein Spiegelbild der Seele. Sie strahlen Ruhe aus und wecken durch ihre Detailgenauigkeit das Interesse der Besucher. Für Schlierbachs Bürgermeister dienen Ausstellungen im Rathaus zugleich als Anregung für eigene Kreativität der Betrachter.

Einen akustischen Höhepunkt boten in einer musikalischen Umrahmung der Ausstellungseröffnung Vater und Sohn, Klaus-Günter und Benjamin Schwarz, die aus ihren Instrumenten ganz ungewöhnliche, aber auch einfühlsame Töne im Rathaus lockten.