Lokales

Im Dezember niedrigste Arbeitslosigkeit 2005

Im Dezember waren im Bezirk der Arbeitsagentur Göppingen 22 133 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet. "Dies ist der niedrigste Stand des Jahres 2005," zog gestern Heidrun Schulz, die neue Leiterin der Göppinger Agentur für Arbeit, eine positive Bilanz. Zufrieden äußerte sie sich auch über die neue Organisationsstruktur des Kundenzentrums.

RICHARD UMSTADT

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GÖPPINGEN Die Arbeitslosenquote betrug im Dezember 2005 5,6 Prozent und lag damit unter dem Landesdurchschnitt von 6,2 Prozent. Für Januar allerdings prognostizierte Heidrun Schulz einen leichten Anstieg auf rund 5,8 bis 6 Prozent.

Von den aktuell 22 133 Erwerbslosen sind knapp die Hälfte dem Hartz IV-Bereich zuzuordnen. Die 10 954 arbeitslosen Männer und Frauen werden deshalb von den beiden Job-Centern Göppingen und Esslingen betreut.

Am stärksten von dem Rückgang der Arbeitslosigkeit im Bezirk Göppingen um 34 Personen oder 0,2 Prozent gegenüber dem Vormonat November profitieren Jugendliche unter 25 Jahren. Von diesem Personenkreis kamen 149 oder 6,1 Prozent wieder in Brot und Arbeit, beziehungsweise fielen aus anderen Gründen aus der Statistik. Im Bezirk Göppingen sind derzeit 2 300 junge Männer und Frauen arbeitslos. "Wenn Jugendliche eine Ausbildung vorweisen können und mobil sind, ist ihre Chance, auf dem Arbeitsmarkt unterzukommen, gut," meinte die Leiterin der Agentur für Arbeit.

Die Belebung am Arbeitsmarkt, die im November noch deutliche Auswirkungen zeigte, setzte sich im Dezember nicht weiter fort. Aber auch der typische Dezembereinbruch blieb aus. "Die im Vergleich zum November nahezu konstante Höhe der Arbeitslosigkeit ist positiv. Wir gehen damit in die nächsten, arbeitsmarktlich schwächeren Monate von einer vergleichsweise guten Basis aus."

Als positiv empfand es auch die neue Agenturchefin, dass im Dezember mit einem Zugang von 1 796 Stellen das siebte Mal in Folge mehr offene Arbeitsplätze als im Vorjahr gemeldet wurden. Es waren dies 699 oder 63,7 Prozent mehr. Im Dezember verzeichnete die Arbeitsagentur damit einen Bestand an offenen Stellen von 3 983, rund 65 Prozent mehr als im Vorjahr.

Verringerte sich die Arbeitslosenquote im Landkreis Göppingen um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent, so erhöhte sich die Quote um denselben Faktor im Landkreis Esslingen auf 5,3 Prozent.

Im Bereich der Geschäftsstelle Kirchheim waren im Dezember 27 Männer und Frauen mehr arbeitslos (siehe Grafik). Bei einer Gesamtzahl von 2 748 Arbeitslosen waren im Vergleich zum Vorjahr dennoch 39 Personen weniger ohne Arbeit. Die Arbeitslosenquote im Bereich der Kirchheimer Agentur lag mit 5,3 Prozent deckungsgleich mit der Quote des Landkreises Esslingen. Die Geschäftsstelle Kirchheim registrierte im Berichtsmonat 419 Stellenangebote, 83 weniger als im November, aber 147 Stellen mehr als im Dezember 2004.

Leinfelden-Echterdingen ist mit 4,3 Prozent der Geschäftsstellenbereich im Bezirk Göppingen mit der geringsten Arbeitslosenquote im Dezember, Geislingen der Bereich mit der höchsten Quote: 7 Prozent. Die Agenturchefin erklärte diese auffallende Diskrepanz mit einer unterschiedlichen Dienstleistungsstruktur in den beiden Geschäftsstellenbereichen.

"Kurzarbeit ist ein mit dem Bezirk Göppingen eng verknüpfter Begriff," wusste die Leiterin der Hauptagentur. Im November 2005 arbeiteten 2 366 Personen in 163 Betrieben kurz. Im Oktober waren es noch 155 Firmen mit insgesamt 2 164 kurzarbeitenden Mitarbeitern. Damit ist die Zahl der Kurzarbeiter gegenüber dem Wert des Vorjahresmonats, in dem 1 889 Menschen kurzarbeiteten, deutlich angestiegen. Heidrun Schulz rechnete für den Berichtsmonat Dezember mit einer weiteren Zunahme der Kurzarbeit als Reaktion auf klimatische und gesetzgeberische Bedingungen.

Als einen "Erfolg der sehr individualisierten Stellenwerbung" wertete Schulz die Tatsache, dass den Agenturen im Dezember fast 4 000 Stellen gemeldet wurden, darunter 600 so genannte Ein-Euro-Jobs. Rund 2 000 Männer und Frauen wurden im Dezember im Bezirk Göppingen als Ein-Euro-Jobber geführt.

Wie bereits im Dezember die Leiterin der Regionaldirektion Baden-Württemberg, Eva Strobel, so beschrieb auch Heidrun Schulz die Vorzüge der neuen, kundenfreundlichen Strukturen des Kundenzentrums in allen Agenturen. Dessen Grundorganisation ist dem Bedürfnis nach rascher Vermittlung und schnellem Leistungsbezug angepasst. Wo sich früher an "allen Ecken" Schlangen bildeten, reduzierten sich durch die neue Organisation die Wartezeiten erheblich, berichtete die Leiterin der Hauptagentur. "Jetzt stehen nie mehr als fünf Leute am Empfang." Zwischen 86 und 89 Prozent der Leistungsanträge werden noch am selben Tag bearbeitet.