Lokales

"Im Kreuz ist Heil"

Am Gipfelkreuz der Mädelegabel im Allgäu las ich dieses Wort: "Im Kreuz ist Heil" also Heilung, Wohlergehen, Friede, Rettung. Einst dachten die Menschen, die Bergeshöhen seien Wohnstätten lebensfeindlicher Mächte und Gewalten. Man hat diese Orte gemieden. Es waren Regionen des Unheils und der Angst.

Nach der Annahme des christlichen Glaubens und der Erfahrung, dass durch den Glauben an Jesus Christus diese unheilvollen Mächte keine Kraft mehr über das Leben haben, machten sich die Menschen auf, auch die Bergeshöhen zu erkunden.

Anzeige

Durch das Kreuz Jesu, durch seinen Tod auf Golgatha am Karfreitag ist uns Menschen Heil und Rettung angeboten. Diese Botschaft war eine neue und feste Basis für ein Leben ohne Angst und Furcht, ein Lebensprogramm gegen alle lebensfeindlichen und zerstörerischen Mächte.

Unser Leben kann geheilt werden, Beziehungen zu anderen Menschen können in Ordnung kommen, Völker und Kulturen können friedlich und ohne Angst zusammenleben.

Jesus Christus hat uns die Regeln für ein solches Zusammenleben vorgelebt und hinterlassen. Sie sind in den zehn Geboten und in der Bergpredigt nachzulesen. Zentrale Punkte dieser Leitlinien bilden der Verzicht auf Vergeltung und die Bereitschaft zur Vergebung.

In seinen letzten Worten am Kreuz bittet Jesus für die Menschen, die ihm Böses zufügen: "Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun." Allein durch Verzicht auf Rache und durch Vergebung werden Kreisläufe der Zerstörung und des Hasses durchbrochen.

Vielleicht kann uns die Erkenntnis unserer Vorfahren helfen, den lebensfeindlichen und zerstörerischen Mächten, die unser Leben heutzutage bedrohen, entgegenzutreten. Wolfgang Marx Evangelischer Pfarrer in Ohmden