Lokales

Im Land der tausend Seen

Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schüler auf Schweden-Austausch

„Ikea, Knäckebrot und Elche“ – dass diese Beschreibung von Schweden ähnlich kurz greift wie „Mercedes, Bier und Bratwurst“ von Deutschland, konnten Schüler der Kirchheimer Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule beim Schweden-Austausch erfahren.

Kirchheim. Als die Schüler aus dem Flugzeug steigen, ist es dunkel. Richtig hell wird es im Herbst und Winter nie, deshalb stellen die Schweden Lichter und Lämpchen in ihre Fenster. Freundlich wirken die Häuser, und gemütlich. Ein wenig erinnert die Stimmung schon an Weihnachten.

Freundlich werden die Kirchheimer Schüler auch am Hammargymnasiet empfangen. Das neue Schulgebäude beeindruckt einerseits durch Funktionalität und moderne Ausstattung, andererseits durch schülergerechte Raum- und Freizeitangebote. Das Mittagessen ist für alle schwedischen Schüler kostenlos. Lehrer und Schüler sprechen sich mit Vornamen an.

Auch die Angebote an Schulfächern ist größer: Psychologie oder Philosophie kann man nicht nur als AGs belegen. Wer regelmäßig in die Schule kommt, wird belohnt: 100 Euro Schulgeld erhalten schwedische Schüler im Monat. Außerdem können die Schüler relativ frei wählen, wann sie zur Schule gehen. Wenn sie den Unterricht morgens nicht besuchen, müssen sie eben nachmittags länger arbeiten.

Abseits der Schule versuchen die schwedischen Schüler, ihren Gäste Landestypisches näher zu bringen: eine Präsentation zu den Themen Elche, Feste, Königshaus, Ikea, Sport, Essen und nicht zuletzt der Musikgruppe „Abba“ kommt sehr gut an. Die Kirchheimer berichten ihrerseits über ihre Heimatstadt und verteilen schwäbische Spezialitäten. Sie sind bei schwedischen Familien untergebracht und haben so die Gelegenheit, das schwedische Leben als „Familienmitglieder“, nicht aus der Touristenperspektive, kennenzulernen. Dabei erfahren sie zum Beispiel, dass in schwedischen Familien die Stellung der Mutter nicht von Haushaltsarbeit dominiert wird, sondern Frauen deutlich stärker in das Erwerbsleben eingebunden sind. Damit ist der Wohlstand der Familien stärker abgesichert als in Deutschland.

Bei Ausflügen, Shoppingtouren und Besichtigungen können sich die Schüler ihr eigenes Bild von Schweden machen. In Sandviken besichtigen sie den Eisen- und Stahlriesen Sandvik AB und stöbern anschließend durch die Einkaufszentren, um die mitgebrachten Kronen in Umlauf zu bringen.

An einem Nachmittag fährt die Schülergruppe zum Elchpark in Mo bei Ockelbo, wo die schwedischen Nationaltiere hautnah zu erleben sind. Ein weiterer Höhepunkt ist der Aufenthalt in Stockholm. Dort erleben die Schüler eine interessante, auf Jugendliche zugeschnittene historische Stadtführung. Stockholm bestätigt, dass die Schweden leidenschaftliche Kaffeetrinker sind. In den modernen Cafés oder in den traditionellen Konditoreien kann man wunderbaren Kaffee mit den bekannten Zimtschnecken, den „Kanelbullars“, genießen. Schweden bietet eben viel mehr als Knäckebrot. pm

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