Lokales

Im März entscheiden die Bürger über den Steg

Ein Stück Basisdemokratie wagen darauf hat sich der Dettinger Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung geeinigt: Am 26. März 2006 sind alle Wahlberechtigten in der Schlossberggemeinde aufgerufen, außer über die Zusammensetzung des neuen Landtags auch über die Frage zu entscheiden, ob ein Steg über Schienen und B 465 gebaut wird oder nicht.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Zunächst wurden in der Gemeinderatssitzung noch einmal Alternativen zur Stegverbindung abgeklopft. Der rollstuhlgerechte Neubau der Unterführung wäre jedoch mit 1,4 beziehungsweise 2,6 Millionen Euro je nach Variante deutlich teurer als die Stegvariante Mitte, die bekanntlich mit 886 000 Euro zu Buche schlagen würde.

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Abzüglich der vorab zugesicherten Zuschüsse hätte die Gemeinde für den Steg einen Eigenanteil von 369 000 Euro zu tragen. Bürgermeister Rainer Haußmann stellte dem Gemeinderat nun eine Möglichkeit vor, wie die kommunale Kasse auch diese Summe wieder zurückbekommen könnte: Falls der Bund tatsächlich wie geplant die B 465 vierspurig ausbaut, müsste er die vorhandene Unterführung verlängern. Allein diese Maßnahme würde etwa 600 000 Euro kosten. Die Idee der Verwaltung besteht darin, gegebenenfalls mit der Verlängerung gleich auf die gesamte Unterführung zu verzichten wenn es den Steg bis dahin gibt. Als Ausgleich für die Unterführung, die dann zuzuschütten wäre, könnte der Bund der Gemeinde Dettingen den Eigenanteil am Stegbau erstatten, was für den Staat auf jeden Fall günstiger wäre als die ansonsten notwendige Verlängerung der Unterführung. Dieser "Handel" sei juristisch vertretbar und bekomme auch von übergeordneten Stellen gute Chancen eingeräunt, sagte Haußmann in der Gemeinderatssitzung.

Die Ratsmitglieder selbst mussten sich dieses Mal aber weder für oder gegen den Steg noch für irgendeine Alternative entscheiden. Es ging lediglich um die weitere Vorgehensweise. Was Rainer Haußmann auf der Bürgerversammlung Ende Oktober erstmals vorsichtig angedeutet hatte, erwies sich nun bereits als mehrheitsfähig: die Einwohner Dettingens im Rahmen eines Bürgerentscheids selbst abstimmen zu lassen. "Sind Sie für den Steg, Variante Mitte ja oder nein?" So ungefähr wird die Frage lauten, die die Dettinger am Sonntag, 26. März 2006, dem Tag der baden-württembergischen Landtagswahl, zu beantworten haben.

Die erforderliche Zweidrittelmehrheit im Gemeinderat hat der Bürgerentscheid problemlos erhalten: Sogar einstimmig votierten die Ratsmitglieder dafür, die Bevölkerung zu befragen. Nun bleibt also abzuwarten, wie sich die Wahlberechtigten im März entscheiden werden.