Lokales

Im neuen Kleid zu mehr Effizienz

Früher war er nicht wegzudenken aus den Kommunen, heute hat er vielerorts mit dem Sparzwang zu kämpfen: der Bauhof. In Kirchheim liegt die Neuorganisation des "Baubetriebsamtes" nun ein Jahr zurück Anlass für eine Zwischenbilanz der Einrichtung, die gemeinhin als "Synonym für die Leistungsfähigkeit von Verwaltungen" gilt, wie Bürgermeister Riemer im Technischen Ausschuss des Gemeinderates ausführte.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM "Es spielt keine Rolle, welche Tages- oder Nachtzeit gerade ist, ob es regnet oder schneit unsere Mitarbeiter sind da, auf die können wir uns hundertprozentig verlassen", beteuerte Christian Maiwald zufrieden. Er ist Leiter des vor einem Jahr aus dem Bauhof hervorgegangenen Baubetriebsamtes und informierte über das Aufgabenspektrum des Teams. Im Mittelpunkt steht das Bemühen, möglichst effizient und wirtschaftlich zu arbeiten. Obwohl bereits etliche Neuerungen greifen, sieht Maiwald den Umstrukturierungsprozess vom Bauhof zum Baubetriebsamt noch nicht als abgeschlossen an, verkündete aber zuversichtlich: "Wenn wir weiter den Empfehlungen nachkommen, dann geht es mit dem Baubetriebsamt auch künftig steil bergauf."

Seit Oktober 2005 arbeitet das Amt eigenständig und ist dabei dem Bereich "Hoch- und Tiefbau" zugeordnet. Unter den derzeit 41 Mitarbeitern befinden sich zwei Teilzeitkräfte. Das Team ist in sechs Haupttätigkeitsfeldern eingesetzt: Die Mitarbeiter sind zuständig für die Grünpflege, diverse Hochbauarbeiten, Straßenreinigung und Straßenunterhaltung, betreiben einen Fuhrpark und erledigen Transporte. Unverzichtbar ist dabei ein entsprechender Fahrzeug- und Maschinenparkt. Er umfasst unter anderem 15 Transporter, vier Pkw und sechs Kleintransporter.

Im Jahr 2005 wiesen die Einnahmen durch Arbeiten im Bauhofsektor etwa 2,2 Millionen Euro aus. Größter Ausgabenbrocken waren Personalkosten. Sie beliefen sich auf 1,77 Millionen Euro, dazu kommen noch Kosten für Material und anderes.

Schwerpunkte der bisherigen Arbeit im neu gegründeten Amt galten vor allem der Optimierung der Organisation, der Einführung einer möglichst wirtschaftlichen Logistik und der Erstellung eines Flächen- und Raumkonzeptes. Während die Bürger von all den Veränderungen, die in der Kirchheimer Boschstraße hinter den Kulissen gelaufen sind, im Normalfall nichts mitbekommen haben, fällt eine andere Neuerung ins Auge. Nicht nur das Amt präsentiert sich nämlich organisatorisch im neuen "Kleid", auch die Mitarbeiter tragen nun einheitliche Arbeitskleidung. Das gemeinsame Erscheinungsbild verfolgt zwei Ziele: Bessere Außenwirkung und stärkere Identifikation mit der Behörde.

"Der Aspekt ,Wir tun was für die Stadt' kommt nicht zuletzt in der Kleidung zum Ausdruck", lobte Karl-Heinz Schöllkopf, Grüne Alternative, die bislang vollzogene Optimierung. Auch Hagen Zweifel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, sprach von einem "einleuchtenden Vortrag", der vor allem die positive Stimmung im neuen Amt zum Ausdruck gebracht habe. "Es war sicher richtig, diesen Weg zu gehen", lautete auch die Bilanz von Bürgermeister Günter Riemer, der die Umstrukturierung als einzelnes Element im gesamten Verwaltungsreformprozess bewertete. Fragen aus dem Ratsrund, die die finanzielle Situation vertiefen wollten, konnten bei dieser ersten Zwischenbilanz noch nicht in befriedigendem Maße beantwortet werden. "Was bringt's der Stadt in Euro und Cent?", wollte beispielsweise SPD-Fraktionsvorsitzender Walter Aeugle wissen, und Mathias Waggershauser (CDU) bezeichnete die Zahlen zum Krankenstand im neuen Amt als relativ hoch. "Wie hoch sind die Ausgaben für Fremdfirmen?" fragte Albert Kahle (FDP/Kibü), und auch die Qualität der zugekauften Leistungen bewegte einige im Rund. Seit einiger Zeit fremdvergeben ist beispielsweise die Straßenreinigung mit der Großen Kehrmaschine.

Sinn des neuen Amtes ist es nicht zuletzt, die Fremdvergaben in überschaubarem Maß zu halten. Christian Maiwald plädierte vehement für "eine gesunde Mischung zwischen Eigenleistung und Fremdvergaben". Dabei berief er sich auf die Erkenntnis, dass eine Gemeinde, die alle Leistungen nach außen vergebe und lediglich noch die eingekauften Leistungen kontrolliere, ihr Fachwissen verliere und das akzeptieren müsse, was am Markt angeboten werde.

Beim Blick in die Zukunft kündigte der Baubetriebsamtsleiter weitere Optimierungen an: "Wir wollen nicht in Stagnation verfallen, sondern immer die bestmögliche Lösung finden, um das Amt betriebswirtschaftlich zu führen." In gewissem Maße ist das Amt auch auf die Mithilfe der Bürger angewiesen. So können beispielsweise kaputte Lampen vielfach ein Ärgernis nur dann ausgewechselt werden, wenn die Stadt umgehend davon Kenntnis erhält. Auch hier zwingt die Wirtschaftlichkeit die Mitarbeiter allerdings dazu, nicht wegen jedem Handgriff einzeln auszurücken.