Lokales

Im Städtle fühlt man sich wohl, und die Alb setzt Akzente

Wo liegen die Stärken Kirchheims, mit welchen touristischen Pfunden kann die Stadt wuchern? Wer sollte diese Frage besser beantworten können als Kirchheimer Bürger? Eine kleine Zufallsbefragung des Teckboten zeigt, dass die Stadt Gästen als kuschelige Kleinstadt in schöner Landschaft präsentiert wird.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Die "schöne Innenstadt mit ihren zahlreichen schmucken Fachwerkhäusern" legt Erika Bauch allen Gästen aus der Ferne ans Herz. Dieses Kleinod sollte die Stadt ihrer Meinung nach auch kräftig pflegen, meint sie und weist auf die Notwendigkeit von Blumenschmuck hin, wodurch ein gefälliger Eindruck vermittelt werden soll: "Fachwerk allein reicht nicht aus", warnt sie in Anbetracht der "Konkurrenz" rundum. Allerdings suche die Geschlossenheit der Fachwerkhäuser in Kirchheim ihresgleichen, und vor allem das Rathaus falle als besonderes Schmuckstück jedem Besucher sofort ins Auge.

Ein komplettes Tagesausflugsprogramm für Gäste schüttelt Dr. Heinrich Freier spontan aus dem Ärmel, der Schwerpunkt liegt dabei ganz klar auf den Reizen der Schwäbischen Alb: "Ich würde erst nach Holzmaden ins Museum gehen, dann vielleicht, wenn Kinder dabei sind, auch noch zum Steineklopfen, später rauf auf die Alb ins Randecker Maar und am besten noch in die eine oder andere Höhle", lautet sein Vorschlag. Klar, dass sich auch der Bummel durch die Fachwerkinnenstadt Kirchheims lohnt, doch damit könne man es in Sachen Stadt bewenden lassen. Da die Besucher ja doch eher aus dem städtischen Raum kämen, liege ein Ausflug in die wunderschöne Landschaft um Kirchheim doch näher, argumentiert Freier. Für eine Besucherin von den britischen Inseln, die demnächst ein paar Wochen bei seiner Familie in Kirchheim verweilen wird, hat er sich schon etwas ganz besonderes ausgedacht: "Die Engländer sind hin und weg von Barock- und Rokokokirchen", verrät er schmunzelnd. Auch da hat die Umgebung etwas zu bieten: Das nächstgelegene Rokoko-Kleinod ist die Wallfahrtskirche Ave Maria bei Deggingen im Oberen Filstal.

Aus Berlin ist Anika Jockisch vor eineinhalb Jahren hergezogen. "Diese Stadt hat einfach Flair", schwärmt sie. Das kann sie wahrlich auch beurteilen, hat sie doch vor ihrem Wohnortwechsel auch die Städte der Umgebung gründlich unter die Lupe genommen. Mit Gästen aus Norddeutschland bummelt sie besonders gern durch die Altstadt, die in ihrer Geschlossenheit alle begeistere. Aber auch Ausflüge nach Esslingen und in die Landeshauptstadt Stuttgart stehen hin und wieder auf dem Programm. Auf die Alb zieht es die Großstadtpflanze weniger, wenn sie sich auch der magischen Anziehungskraft des Kirchheimer Hausbergs nicht entziehen konnte: "Auf der Teck waren wir natürlich schon."

Das vielfältige Kulturprogramm in Kirchheim, vom Gemäuer der Bastion bis zu sommerlichen Aktivitäten auf dem Rollschuh-Platz und vielem mehr, empfiehlt Martin Müller allen Gästen wärmstens und wirbt dafür, auch den Abend hier zu verbringen. Für das Tagesprogramm lobt er die Möglichkeiten der Naherholung und schwärmt: "Kirchheim ist eine Stadt, in der man eigentlich alles bekommt, aber dennoch ist man ruckzuck draußen in der Landschaft." Touristen rät er, eine der vielfachen Fahrradtour-Möglichkeiten auszuloten wenn auch seiner Meinung nach für Pedaleure vor allem im Stadtbereich noch einiges getan werden könnte.

"Die Alb ist Pflicht für Flachlandbewohner", verweist Christa Hock Touristen spontan auf den markanten Höhenzug. Dorthin unternimmt sie nämlich mit Gästen aus Norddeutschland gern Ausflüge. "Viel lässt sich hier auch mit dem Fahrrad unternehmen", berichtet sie aus eigener Erfahrung und empfiehlt Ausflüge mit Muskelkraft. Als Fußgängerin in der Innenstadt kennt sie "jede Gasse" und weiß, dass ein Besuch im Städtle Besucher stets zuverlässig beeindruckt. Die Stadt allerdings sollte auch entsprechend gepflegt werden, sieht sie Händler und Bürger in der Pflicht, auf Blumenschmuck und Sauberkeit zu achten, um das ansprechende Ambiente weiterhin zu erhalten.

Fotos: Jean-Luc Jacques