Lokales

Im Winter künftig teurer als im Sommer

Bisher gab es in Neidlingen nur eine Benutzungs- und Gebührenordnung für die Reußensteinhalle und den Turnraum der Grundschule. In allen anderen Fällen musste der Gemeinderat jeweils einzeln entscheiden. Nun gibt es auch für die anderen Gemeindegebäude einheitliche Regelungen. Gleichzeitig werden die Tarife nach Sommer und Winter gesplittet.

PETER DIETRICH

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NEIDLINGEN Zum 1. Februar tritt die neue Benutzungs- und Entgeltordnung in Kraft. Der ursprünglich geplante 1. Januar war nicht zu halten, da die Ordnung vor Inkrafttreten noch im Amtsblatt veröffentlicht werden muss. Zum 1. Oktober 2007 beginnt dann die erste Wintersaison. In ihr gelten rund 25 bis 30 Prozent höhere Preise als im Sommer, durch das erheblich teurer gewordene Heizöl sah sich die Gemeinde zu diesem Schritt gezwungen. Gleichzeitig führt die Gemeinde eine Konventionalstrafe bei kurzfristigen Absagen ein, ab zwei Wochen vorher beträgt sie ein Viertel des Mietpreises. Damit sollen Buchungen "auf Vorrat" vermieden werden.

Auch für den Kindergarten, die Grundschule mit Schulküche, das Vereinshaus "Alte Schule", das Rathaus und den davor liegenden Kelterplatz legt die neue Ordnung Preise fest. So können einheimische Veranstalter das Rathausfoyer im Sommer zu elf Euro pro angefangene Stunde benutzen, ab der fünften Stunde kostet es noch 6,50 Euro pro Stunde, pro Tag maximal 83 Euro. Werden nur Getränke ausgeschenkt, beträgt der Küchenzuschlag 20 Euro, bei Getränken und Speisen das Doppelte. Die Grundgebühr für den Kelterplatz beträgt 20 Euro pro Tag, der Toilettenzuschlag 30 Euro, der Küchenzuschlag wie gehabt 20 beziehungsweise 40 Euro. Die Grundgebühr für kulturelle Veranstaltungen in der Reußensteinhalle beträgt künftig 184 Euro im Sommer, 236 Euro im Winter, für die halbe Halle jeweils die Hälfte. Das Erkenbergzimmer, ein Vorteil für die Vereine, wird künftig stundenweise abgerechnet, es gibt keine Mindestmietdauer mehr.

Gestrichen hat die Gemeinde die Gebührenbefreiung für den Übungsbetrieb von Jugendlichen unter 16 Jahren. Trotzdem müssen die örtlichen Vereine auch künftig nichts bezahlen, denn die Rechnungen werden intern mit der Vereinsförderung verrechnet. "Ich bin für ein offenes Prinzip", unterstrich Bürgermeister Rolf Kammerlander dieses transparentere Vorgehen. Es ermögliche zudem eine ehrliche Berechnung der Kostendeckung der gemeindeeigenen Räume. Künftig gilt für alle öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde ein generelles Rauchverbot auch im Foyer der Reußensteinhalle, in dem bisher noch geraucht werden durfte.

Bereits bei den Vorbereitungen der neuen Benutzungs- und Entgeltordnung gab es Gespräche zwischen der Gemeindeverwaltung und den Vereinen. Teilweise signalisierten diese bereits ihre Zustimmung, auch wenn für sie Mehrkosten entstehen. Deren Höhe verdeutlichte Gemeindeinspektor Ralf Zimmermann anhand von zwei Beispielen: Die Gruppe "Wintersport Frauen", die in der Saison 2004/2005 insgesamt 34 Mal eineinhalb Stunden lang übte, zahle dafür nun statt 306 Euro ein Entgelt von 363 Euro. Für die Aerobicgruppe stiegen die jährlichen Kosten von 594 auf 707 Euro.