Lokales

In 80 Tagen leistungsfähiger gemacht

80 Tage lang herrschte im Heizkraftwerk Altbach/Deizisau der Ausnahmezustand: Das HKW 1 war wegen einer Großrevision abgeschaltet, sagt EnBW-Sprecherin Friederike Eggmann.

ALTBACH/DEIZISAU Zwar würden die Kraftwerke jedes Jahr "auf Herz und Nieren überprüft" und, wenn nötig, instandgesetzt, sagt die Pressesprecherin. Aber eine Großrevision steht nur in größeren Abständen auf dem Programm. Kein Wunder: Die jetzige, die am 29. August beendet wurde, kostete 30 Millionen Euro.

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Nicht nur die eigenen 70 Kraftwerksmitarbeiter aus dem Bereich Technik/Instandhaltung waren mit der Modernisierung beschäftigt, sondern dazu noch 65 Fremdfirmen. Zu Spitzenzeiten waren weitere 406 Mitarbeiter dieser Unternehmen vor Ort. Neben den üblichen Prüfungen und Revisionsarbeiten standen zwei Großprojekte auf dem Programm: die Leittechnik wurde erneuert und zwei neue Turbinenschaufeln eingebaut. Mit den Turbinenschaufeln wird der Wirkungsgrad gesteigert. Um wieviel, wird nicht bekannt gegeben, sagt Eggmann. "Das ist wettbewerbsrelevant". Soll heißen: die Konkurrenz soll es nicht wissen.

Was man hingegen wissen darf: Mehr Kohle braucht das Kraftwerk der Sprecherin zufolge nicht was dem Unternehmen wiederum "Kohle" spart, wenn hinten mehr Energie rauskommt. Zudem werde nun weniger Kohlendioxid als bisher ausgestoßen. Das ist bekanntermaßen klimaschädlich. Auch dieser Wert wird nicht genannt, da man durch ihn wiederum die Leistung errechnen könnte.

Für den höheren Wirkungsgrad sorgen die weiterentwickelten Turbinenschaufeln. Je eine wurde in der Hoch- und in der Niederdruckturbine von HKW 1 eingebaut. Wird bei gleichem Brennstoffeinsatz Leistung gewonnen und der

CO2-Ausstoß reduziert, sprechen Fachleute von "Grünen Megawatt".

Eines der Großprojekte war die Leittechnik, über die das gesamte System gesteuert wird. "Am Standort Altbach/Deizisau wurde europaweit zum ersten Mal die neue Siemens-Leittechnikgeneration SPPA-T3000 eingesetzt", sagt die Firmensprecherin. Karlsruhe wird demnächst folgen. Die zwei Warten von HKW 1 und HKW 2 wurden nun im Block 2 zusammengelegt. Die 80-tägige Pause wurde genutzt, um den Generator zu sanieren. Außerdem wurden Elektrotechnik, Kesselanlagen, Kohlezufuhr, Rauchgasentschwefelung, Wasseraufbereitung und die Turbinenanlagen überprüft und instandgesetzt. "Insbesondere die beiden Modernisierungsprojekte leisten einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftssicherung unseres Standorts und der Arbeitsplätze unserer Mitarbeiter", sagt Kraftwerksleiter Siegfried Kroll.

nin