Lokales

In den vergangenen Wochen habe ich viele nette und ...

In den vergangenen Wochen habe ich viele nette und anerkennende Anrufe sowie e-Mails von Mitstreitern erhalten. Das freut mich. Darüber hinaus wurde ich auch über

IO:12010601.JP_häuft mit gut gemeinten Ratschlägen oder "Geheim-Tipps" von Freunden und Bekannten: Ich solle doch mindestens drei Liter weißen Tee am Tag trinken, ganz auf Zucker verzichten oder Fettiges komplett weglassen, aber auch saunieren gehen, Bergsteigen, mit meinem Kumpel Klaus Rad fahren und einen Aerobic-Kurs besuchen. Das würde meiner Diät auf die Sprünge helfen. Dinge, die mir sinnvoll erscheinen, werde ich nach gründlicher Recherche sicher einmal ausprobieren. Ich habe den Tee für mich entdeckt und das Rennrad schon bestellt.

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Doch allen sei gesagt, dass es sich um die Pfundsfit-Kur handelt, deren Inhalt anders ist als herkömmliche Diäten. Nicht der schnelle Erfolg zählt, sondern die Nachhaltigkeit: Ich versuche nur, meine Ernährung sinnvoller zu gestalten. Jahrtausendelang haben sich die Menschen von dem ernährt, was sie der Natur abringen konnten. Doch seit der Verbreitung von Convenience- und Fast-Food sowie einem Überangebot von sinnvollen Nahrungsmitteln kämpft die Werbung um die Gunst des Konsumenten. Da hat der Apfel von der heimischen Streuobstwiese kaum eine faire Chance bei mir schon.

Aber natürlich auch Gerichte, deren Namen nicht aus dem Schwabenländle stammen können. Ein Beispiel: Zum Mittag gönnte ich mir am Donnerstag einen Hawaii-Toast-Spezial: Man nehme zwei so genannte Jogging-Brötchen, fast fettfreie und gekochte Putenstreifen sowie Ananas-Scheiben. Nur den Schmelzkäse und die Butter habe ich vergessen. Kalt essen schmeckt, sättigt und ist gesund.

Auch in der vergangenen Woche habe ich wieder rund ein Kilo verloren, vorrangig auf dem Hometrainer: Schnelleres Rad fahren bis 25 km/h verbraucht bei einem Gewicht von rund 85 Kilo 868 kcal. Das entspricht 93 Gramm Fett pro Stunde. Will ich also ein Kilo Fett verbrennen, dann muss ich nach Adam Riese elf Stunden Rad fahren. Das heißt aber nicht, dass ich vergangene Woche insgesamt elf Stunden auf meinem Hometrainer Fernsehen geschaut habe. Andere Tätigkeiten lechzen ja auch nach Energie, wie zum Beispiel das Recherchieren von Informationen. Diese "leichte" Tätigkeit verbraucht in der Stunde immerhin 116 kcal und selbst wenn ich eine Stunde nur herumstehe, dann sind 128 kcal verbraucht weiß zumindest das Internet. Alle Tätigkeiten und Betätigungen summieren sich natürlich im Lauf des Tages.

Doch woher kommt diese Energie? Sie ist enthalten in den drei Hauptnährstoffen Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate sowie im Alkohol: 1 g Eiweiß liefert 4,1 kcal; 1 g Kohlenhydrate liefert 4,1 kcal; 1 g Fett liefert 9,3 kcal; 1 g Alkohol liefert 7,1 kcal. Um meine Energiebilanz zumindest ausgegleichend zu gestalten, muss ich so viel verbrauchen wie ich mir gegönnt habe. Gut zu wissen, denn jetzt stehen die Feiertage vor der Tür: Da werden Ostereier versteckt und gesucht und natürlich Schokohäschen vernascht. Zweiteres werde ich auch tun mit Genuss! Nur sind meine Häschen nicht in XXL-Format sondern S, schließlich ist Schokolade ja nicht unbedingt fettarm. Mein nun konsequent umgesetztes Prinzip: Alles was zu viel ist, muss ich ja wieder abstrampeln. Deshalb mein Rat: Osterhasen in Maßen. Ich wünsche frohe Feiertage, bis nächste Woche. Jörg Bächle Foto: Selbstauslöser