Lokales

In der ältesten Weinbergschule Deutschlands

Ihren Ausflug in den Kraichgau konnten die Mitglieder des Zither- und Akkordeonvereins trotz kalendarischem Herbstanfang bei schönstem Sommerwetter genießen. In Weinsberg wurde die Gruppe dann schon von einer in Kleid und Haube aus dem 19. Jahrhundert gewandeten Stadtführerin erwartet.

KIRCHHEIM Da ihre Ortschaft in der Vergangenheit drei Mal, zuletzt im Zweiten Weltkrieg, beinahe vollständig zerstört worden war, haben die Weinsberger in ihr Sandstein-Rathaus die Inschrift "dennoch, trotzdem, eineweg" eingemeißelt.

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Das berühmteste Bauwerk der Gemeinde ist jedoch die Burg Weibertreu, die ihren Namen einem Ereignis aus dem 12. Jahrhundert verdankt: Am 21. Dezember 1140 hat König Konrad III die Burg von Welf VI erobert, doch im Blick auf das nahende Weihnachtsfest schenkte er den Frauen die Freiheit und gestattete ihnen, alles mitzunehmen, "was sie auf ihren Schultern vermöchten". Nach kurzer Beratung beschlossen die Frauen, ihre Männer von der Burg zu tragen und sie damit vor einem ungewissen Schicksal zu bewahren.

Nicht zu übersehen war von der exponiert gelegenen Burg Weibertreu, dass der Weinbau eine bedeutende Rolle spielt. Weinsberg mit seinen 450 Hektar Weinbaufläche ist Standort der ältesten Schule für Weinbau in Deutschland, die 1868 gegründet wurde. Dort werden auch neue Traubensorten gezüchtet, so beispielsweise die als "Kerner" bekannte Kreuzung zwischen Weiß- und Rotwein, deren Zucht 30 Jahre gedauert hat.

Nach einer kurzen Mittagspause stand der Besuch des Auto- und Technikmuseums Sinsheim auf dem Programm. In zwei Hallen und auf einem großen Freigelände waren dort über 3 000 Ausstellungsstücke, darunter 300 Oldtimer, 60 Flugzeuge, aber auch Lokomotiven und Traktoren, zu besichtigen. Der größte Stolz des Museums sind jedoch eine französische und eine russische Concorde, die von außen und innen bestaunt werden können. Die weniger Technikbegeisterten kamen auf der Riesenrutsche oder im Imax 3D-Filmtheater bei dreidimensionalen Filmen voll auf ihre Kosten.

Zum gemütlichen Ausklang fuhr die Gruppe zu einer idyllisch gelegenen Besenwirtschaft. Durch riesige Essensportionen in Hochstimmung gebracht, wurde noch stundenlang gesungen und Zither und Akkordeon gespielt, doch da auch "so ein Tag, so wunderschön wie heute" einmal zu Ende gehen muss, brachen die Ausflügler schließlich zur Heimfahrt nach Kirchheim auf.

sr