Lokales

In der alten Schule steckt Musik

Die Grundschule Brucken wird das Haus der Musik für Lenningen

Einem Haus der Musik in Lenningen im ehemaligen Schulgebäude in Brucken steht nichts mehr im Wege. Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Umnutzung des Gebäudes.

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Iris Häfner

Lenningen. „Heute geht es um den Startschuss für ein mögliches Haus der Musik. Das wäre ein echter Mehrwert für Lenningen“, sagte Bürgermeister Michael Schlecht zur Einstimmung auf Punkt fünf der Tagesordnung. Dabei ging es um die künftige Nutzung des Bruckener Schulgebäudes, das mangels Schülerzahlen geschlossen werden musste.

Zwei Alternativen lagen auf dem Tisch. Schon lange hegt die Musikschule den Wunsch, eine feste Bleibe in Lenningen zu bekommen. Zwar würde weiterhin dezentral in den Ortsteilen unterrichtet, für manche Ensembles und Unterrichtsfächer werden jedoch große Instrumente benötigt. In diesem Fall wären eigene Räume von großem Vorteil. Zudem könnten sämtliche Instrumente zent­ral untergebracht werden, und nicht, wie in manchen Fällen üblich, bei den Lehrern zu Hause. Vorspiele der Schüler für ihre Familien und Freunde würden sich organisatorisch einfacher umsetzen lassen, ebenso zusätzlicher Unterricht in den Schulferien. Bislang fand der Großteil des Musikunterrichts in den Schulen statt und die haben bekanntlich zu diesen Zeiten geschlossen.

Ein Haus der Musik könnte auch Heimat des Unterlenninger Musikvereins werden. „Hiervon würden mit Sicherheit deutliche Synergieeffekte bezüglich der gemeinsamen Nutzung von Instrumenten ausgehen und auch die wünschenswerte Intensivierung der seit langen Jahren bestehenden Partnerschaft in der Ausbildung der Nachwuchsmusiker erleichtern“, heißt es dazu in einem Schreiben der Musikschule an den Gemeinderat. Ein derartiges Haus würde die Bedeutung der Musik in Lenningen unterstreichen, sind Musikschule und Musikverein überzeugt.

Dem gegenüber steht die Überlegung, die Schule als Kindergarten zu nutzen. Die Dachsanierung würde bei einem Abbruch des Kindergartens entfallen und auf dem Gelände könnten neue Bauplätze entstehen. „Sollte der Klassenteiler aber weiter gesenkt werden, als im Moment im Gespräch ist, könnten wir Platzprobleme bekommen“, gab Michael Schlecht in diesem Zusammenhang jedoch zu bedenken. Bei einem Einzug des Kindergartens in das einstige Schulgebäude wäre die Möglichkeit „verbaut“, einzelne Räume wieder als Klassenzimmer zu nutzen. Diese Option würde jedoch in einem Haus der Musik bestehen bleiben. Die Nutzung des Schulgebäudes als Haus der Musik erscheint deshalb für alle Beteiligte eine gewinnbringende Situation zu sein, heißt es daher von Seiten der Verwaltung – allerdings mit der Einschränkung, dass Musikschule und -verein lernen müssen, mit dieser Option zu leben.

„Es ist ein sinnvoller Weg, dieses Gebäude in Brucken wieder mit Leben und Sinn zu erfüllen“, erklärte Georg Zwingmann. An diesem Ort könnten Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam ihre Freizeit verbringen.

Karl Boßler fragte, ob die einstige Grundschule auch ein möglicher Standort für die Bruckener Feuerwehr sein könnte. „Das wäre bei einem Einsatzfall und den vielen Kindern in unmittelbarer Nähe viel zu gefährlich“, so die Antwort von Michael Schlecht. Auch die Feuerwehr habe sich gegen diesen Vorschlag ausgesprochen. „Die alte Schule gibt es in Brucken aber auch noch“, erinnerte der Schultes an eine mögliche Lösung dieser Frage.

Ohne große Diskussion beschloss der Gemeinderat einstimmig die Umnutzung des Gebäudes in ein Haus der Musik. Die Verwaltung wurde beauftragt, ein entsprechendes Konzept zu erarbeiten. Der Beschlussvorschlag sieht zudem vor, dass die Verwaltung die Dachsanierung am Kindergarten in Brucken vorbereitet.