Lokales

In diverse Berufe "hineingeschnuppert"

Hunderte von jungen Menschen nutzten im gesamten Landkreis Esslingen wieder die Schulferien, um in bestimmte Ausbildungsberufe hineinzuschnuppern. Gestern beispielsweise informierten sich rund 20 Schülerinnen und Schüler im Rahmen des Projekts "Betriebs-Ferien" im Kirchheimer Hotel und Restaurant zum Fuchsen über Berufe im Gastgewerbe.

ANDREAS VOLZKIRCHHEIM Melanie Kübler stellte den interessierten Jugendlichen die sechs verschiedenen Ausbildungsberufe vor, die das Gastgewerbe derzeit anzubieten hat: Koch oder Köchin, Hotelfachmann oder -frau, Restaurantfachmann oder -frau, Hotelkaufmann oder -frau, Fachmann oder -frau für Systemgastronomie sowie Fachkraft im Gastgewerbe. Alle diese Berufe seien gleichermaßen krisensicher wie zukunftsorientiert, abwechslungs- und chancenreich. Alle Ausbildungen dauern in der Regel drei Jahre, mit Ausnahme der Fachkraft im Gastgewerbe. In diesem Fall dauert die Lehre lediglich zwei Jahre und die Ausbildung eignet sich speziell für Bewerber mit Hauptschulabschluss. Danach besteht aber die Möglichkeit, einen der anderen Berufe "draufzusatteln".

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Zum Einstieg in den Beruf empfahl Melanie Kübler grundsätzlich, sich während eines Praktikums oder zumindest durch Schnuppertage einen ersten Einblick in den Berufsalltag zu verschaffen: "Das ist wichtig für beide Seiten. Drei Jahre sind eine lange Zeit. Man sollte die Ausbildung gerne machen und möglichst nicht vorzeitig abbrechen." Wer bei einer Bewerbung in seinem Lebenslauf eine oder gar mehrere abgebrochene Ausbildungen vorweise, gebe den zuständigen Personalchefs doch sehr zu denken, mahnte sie. Wer dagegen bei der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle im Hotel- und Gaststättengewerbe auch auf Praktika verweisen könne, signalisiere dadurch bereits Interesse an der Branche und habe somit einen Vorteil.

Bei einem Praktikum können die potenziellen Bewerber schnell zeigen, ob sie generell im Team arbeiten können, ob sie ins bestehende Team passen und wie sie mit Gästen umgehen. Gute Umgangsformen etwa sind eines der wichtigsten Kriterien für Mitarbeiter in dieser Branche. "Das Zeugnis zählt bei einer Bewerbung höchstens zu 50 Prozent", erklärte Melanie Kübler auf Nachfrage der interessierten Jugendlichen. Von Bedeutung seien für die Personalchefs die Noten in Deutsch oder Englisch, weil es im Umgang mit den Gästen besonders auf Sprachkenntnisse ankomme. Aber auch die Noten in Mathematik sind nicht weniger wichtig, da Zahlen und Kalkulationen in allen Sparten eine Rolle spielen. Größtes Augenmerk werde zudem auf die Noten in Verhalten und Mitarbeit gelegt, sofern diese im Zeugnis überhaupt noch auftauchen, erklärte Melanie Kübler gestern.

Im Hotel- und Gaststättengewerbe ist es auch üblich, in jungen Jahren nach der Ausbildung Auslandserfahrung zu sammeln. "Das ist eine tolle Chance, die man jung ergreifen sollte", meint Melanie Kübler. Die deutsche Berufsausbildung sei im Ausland sehr angesehen. Das liege zum einen an der Ausbildungsdauer von drei Jahren und zum anderen am dualen System: Die Auszubildenden lernen im Betrieb die Praxis kennen und bekommen in der Berufsschule in der Regel im Blockunterricht die notwendigen theoretischen Grundlagen vermittelt. Weil Erfahrung in verschiedenen Häusern zur Berufslaufbahn gehört, werden nach einem Wechsel immer wieder Stellen frei. Deshalb sieht Melanie Kübler durchaus Chancen für die jungen Menschen, nach der Ausbildung auch übernommen zu werden.

Der Kirchheimer Vier-Sterne-Betrieb zum Fuchsen schreibt in jedem Lehrjahr drei Ausbildungsstellen als Hotelfachmann oder -frau aus und eine bis zwei Stellen für angehende Köche oder Köchinnen, bei Interesse auch für eine Fachkraft im Gastgewerbe. Im Rahmen des "Betriebs-Ferien"-Programms führte Melanie Kübler ihre jungen Gäste durch Restaurant und Hotel und führte ihnen einen Informationsfilm des Hotel- und Gaststättenverbands vor. Weil im Film immer wieder von den Arbeitszeiten die Rede war, ging sie anschließend auch auf dieses Thema ein: Die Arbeitszeiten sind so abwechslungsreich wie der Beruf selbst. In der Regel seien aber freie Tage zu gewünschten Terminen möglich, selbst einmal an Wochenenden. Nur eine Einschränkung machte Melanie Kübler: "Feste Hobbys, für die man zweimal in der Woche zu einer bestimmten Zeit frei braucht, sind schwierig."

WEB-INFOÜber die Ausbildungsberufe im Gastgewerbe informiert die Internetseite www.big-ausbildung.de, Näheres über das Projekt "Betriebs-Ferien" ist unter www.betriebsferien-es.de zu finden.