Lokales

In Wernau weht Messeluft: "Schwäbischer Fleiß" eröffnet

MARTIN ZIMMERMANN

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WERNAU Roger Kehle konnte zahlreiche geladene Gäste aus Politik und Wirtschaft zur Eröffnung begrüßen: Wenn im Neckartal Zelte aufgebaut sind, die Sonne lacht und die Wernauer Stadtkapelle spielt, dann ist klar: Der Schwäbische Fleiß wird in der Wernauer Halle eröffnet. Seit 40 Jahren, so Kehle, ist der Schwäbische Fleiß die größte Regionalmesse. Und daran werde auch der Bau der Neuen Messe auf den Fildern in Zukunft nichts ändern, hob er hervor: Denn der Schwäbische Fleiß richte sich an den Endverbraucher, nicht an das Fachpublikum.

Kehle nutzte die Anwesenheit zahlreicher Bundes- und Landespolitiker, auf die schwierige finanzpolitische Lage der Kommunen hinweisen. In den gegenwärtig ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Zeiten drohe den Kommunen weiteres Ungemach. Geplante 500 Millionen Einsparungen des Landes, so Kehle, würden die Kommunen treffen. Der Gemeindetag habe gegenüber dem Land deutlich gemacht, wo Einschnitte in der Landeskasse möglich seien. Gerade sei der Export etwas angesprungen, während die Binnennachfrage weiter hinke. Unter diesen Umständen sei es falsch die Handlungsfähigkeit der Kommunen weiter einzuschränken.

Wirtschaftsminister Ernst Pfister nahm diese kritischen Worte auf: "Ich habe verstanden. Die Vitalität der Wirtschaft bestehe auch darin, sich neue Kunden zu erschließen." Hier spiele der Schwäbische Fleiß als Schaufenster der örtlichen und regionalen Wirtschaft eine große Rolle. Beeindruckend seien auch die Besucherzahlen der vergangenen Jahre, in denen 70 000 bis 80 000 Messebesucher gezählt wurden. Pfisters Dank ging deshalb an die Aussteller, die Kosten und Mühe auf sich genommen hätten, um die Messe als Signal für den Aufbruch zu nutzen. Baden Württemberg, so der Wirtschaftsminister, habe auch keinen Grund in Jammern zu verfallen. "Wir sind derzeit die Nummer 1 in Deutschland. Und jeder Tag an dem wir besser sind als die Bayern ist ein guter Tag für unser Land."

Gerade der Mittelstand, der auf der Messe überwiegend vertreten ist, sei das Rückgrat der Wirtschaft in Baden Württemberg, betonte Pfister: Die Hälfte des Bruttosozialprodukts wird von Mittelständlern erwirtschaftet. Deshalb habe er sich auch zum politischen Ziel gesetzt, dem Mittelstand zu helfen. Das Steuersystem müsse radikal vereinfacht werden, und Hilfen für den Mittelstand bei Liquiditätsengpässen genauso wie bei den rund 60 000 anstehenden Betriebsübergaben gefunden werden.

Dass schwierige Aufgaben durchaus lösbar sind, zeigte Pfister beim anschließenden Rundgang durch die Messehallen. Am Stand der EnBW war er am Basketballkorb gefordert. Drei Würfe, drei Treffer. Übertragen auf die wirtschaftspolitischen Ziele des Ministers muss da einfach Hoffnung aufkommen, dass Pfister auch in der Politik große Würfe gelingen.

Nach der offiziellen Eröffnung startete die Messe am Samstag mit einem großen Besucherandrang. Neben einem attraktiven Rahmenprogramm mit Modeschauen und der Sonderschau "Bella Italia" wartet die Messe mit einer breiten Produktpalette verschiedener Hersteller, vor allem im Bereich Bauen und Wohnen auf. An den Ständen im Freigelände und in den Hallen wurde eifrig informiert und fachgesimpelt. Als sicher kann es gelten, dass sich der Einsatz für die Handwerker bei der Messe auch lohnt. Andreas Layh ist mit seiner Holzbaufirma seit Jahren mit dabei und weiß aus Erfahrung: "Da wir hier hauptsächlich auf Endkunden treffen, kommt auch mancher Auftrag bei der Messe zu Stande."

Drei Würfe, drei Treffer: Ausgesprochen treffsicher präsentierte sich der baden-württembergische Wirtschaftsminister Ernst Pfister bei der Eröffnung der Regionalmesse Schwäbischer Fleiß am Stand der EnBW.