Lokales

Individueller Lebensstil

Wie wohnen nach der Lebensmitte? Diese Frage stellt sich für immer mehr Menschen.

KREIS ESSLINGEN Traditionelle Bezüge wie Verwandtschaft oder Nachbarschaft werden zunehmend brüchig. Neben dem Wunsch, einen individuellen Lebensstil zu pflegen, tritt für immer mehr Menschen das Bedürfnis, sich im Umfeld ein zwischenmenschliches "Wohlfühlklima" zu erhalten, bei dem man sich bei Bedarf auch einmal Hilfe auf Gegenseitigkeit leistet.

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Bei der Vortragsveranstaltung "Wohnen in Wahlverwandtschaft", gemeinsam veranstaltet von der Altenhilfe-Fachberatung des Landkreises und dem Bürgertreff Ostertagshof Neuhausen am Dienstag, 4. Juli, um 19 Uhr im Ostertagshof, Ortsmitte Neuhausen, Bäderstraße 2, werden neue Projekte und Ideen vorgestellt.

"Ältere der Zukunft werden in einem historisch neuen Maß gefordert sein, die Spuren für ein gelingendes Alter selbst zu legen", so Landrat Heinz Eininger im Vorwort zum aktuellen Altenhilfeplan des Landkreises. Das Wohnen, so zeigt die Erfahrung, spielt hierfür eine ganz erhebliche Rolle. Deshalb wird Inge Hafner, Altenhilfefachberatung im Landkreis Esslingen, bei der Vortragsveranstaltung sowohl über Ideen für "Wohnen in Wahlverwandtschaft" als auch realisierte Projekte informieren. Bei den neu zu konzipierenden Wohnformen ist es wichtig, eine gute Balance von Nähe und Distanz herzustellen.

Sehr beeindruckt war eine Delegation aus sieben Landkreis-Kommunen zum Beispiel kürzlich von den "Lebensräumen für Jung und Alt" der Stiftung Liebenau. Dieses Konzept wird ebenso vorgestellt wie Nachbarschafts-Netzwerke, die sich in bestehenden Wohngebieten im Landkreis Esslingen entfalten.

Solche Initiativen wurden im Vorjahr bei dem Gemeinschaftswettbewerb der Zeitungen im Landkreis und der Kreissparkasse unter dem Titel "Netzwerk Nachbarschaft" ausgezeichnet. Die Sozialwissenschaften gehen davon aus, dass das "Wohnen im Quartier" angesichts globaler Entwicklungen wieder bedeutsam wird. Lebenslagen sind viel unsicherer geworden als vergleichsweise noch in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Die Menschen sind zunehmend gefordert, sich eine "soziale Heimat" selbst zu schaffen.

pm