Lokales

Infos aus erster Hand

In bekannt engagierter Form informierte in der jüngsten Vorstandssitzung des Kreisseniorenrats die Altenhilfefachberaterin des Landkreises, Inge Hafner, über das "Wohnen im Alter im Landkreis Esslingen". Aus erster Hand konnten sich die Gäste über die Lenninger Erfahrungen mit dem "Betreuten Wohnen zu Hause" informieren.

KREIS ESSLINGEN 93,4 Prozent der über 65-Jährigen wohnen zu Hause, 3,5 Prozent im Pflegeheim, 1,5 Prozent im Betreuten Wohnen und 0,1 Prozent in alternativen Wohnprojekten. Die restlichen 1,5 Prozent sieht Inge Hafner im "Betreuten Wohnen zu Hause" sehr gut untergebracht. Um diese Quote zu erreichen, bedürfe es noch einer Wegstrecke. Umso wichtiger und interessanter war es, sich in Lenningen über die ersten Erfahrungen mit diesem Projekt zu informieren.

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Bürgermeister Michael Schlecht schilderte den Weg. Wichtig war für ihn die gemeinsame Akzeptanz aller beteiligten Einrichtungen, der Kirchen und der Gemeinde für den mutigen Schritt, sich als Vorreiter im Landkreis der zukunftsträchtigen Wohnform des "Betreuten Wohnens zu Hause" zuzuwenden. So wurde im Mai 2005 des "Lenninger Netz" gegründet.

Der Geschäftsführer des Lenninger Netzes, Werner Schulmeyer, und die teilzeitbeschäftigte Leiterin der Koordinationsstelle, Gabriele Rieker, zeigten anhand von Schaubildern detailliert auf, wie das "Betreute Wohnen zu Hause" in Lenningen aufgebaut ist und funktioniert. Der Vorstand des Kreisseniorenrats konnte sich davon überzeugen, dass das Projekt bis ins Einzelne bestens durchdacht und strukturiert wurde. Für die umfangreichen Grund- und Wahlleistungen stehen ein ehrenamtlicher Besuchsdienst und professionelle Pflegedienste sowie Dienstleister zur Verfügung. Alle Dienste werden von der zentralen "Kümmererperson" mit hoher fachlicher und menschlicher Kompetenz gesteuert. Somit ist der Hilfsbedürftige bei einer festen Kontaktperson für alle Eventualitäten bestens aufgehoben. Die monatlichen Preise für die Grundleistung in Höhe von 75 Euro für Einzelpersonen und 125 für Paare sind erschwinglich. Wahlleistungen wie Haushaltshilfen, Haar- und Körperpflege, Schneeschippen, Handwerkerleistungen und Ähnliches sind selbstverständlich gesondert zu vergüten.

Auch an die zukünftigen Nutznießer einer solchen Einrichtung ist gedacht. Mit einem monatlichen Betrag von 20 Euro kann man einen Optionsvertrag abschließen, der eine Absicherung für die Zukunft darstellt. Der Vorstand des Kreisseniorenrats gratulierte den Verantwortlichen in Lenningen zu dem mutigen Schritt und dem hervorragend durchdachten Einstieg in das Projekt, das offensichtlich von Erfolg gekrönt ist und will es unterstützen. Erfreut wurde festgestellt, dass auch in anderen Städten und Gemeinden im Landkreis am "Betreuten Wohnen zu Hause" gearbeitet wird. Nürtingen wird 2007 starten. Kirchheim, Ostfildern, das Neuffener Tal und Esslingen sind schon in der Planung.

Dank der Altenhilfefachberaterin Inge Hafner, die die Grundzüge des Projekts in Bayern abgeguckt hat, ist der Kreis Esslingen bei dieser äußerst wichtigen und zukunftsträchtigen Wohnform für Ältere wieder einmal an der Spitze.

rh