Lokales

Infrastruktur des Museums stößt an Spitzentagen an ihre Grenzen

Mit mehr als 84 000 Besuchern hat das Freilichtmuseum des Lankreises Esslingen in Beuren in der abgelaufenen Saison das zweitbeste Ergebnis seit seinem Bestehen erzielt. Der Kultur- und Schulausschuss des Kreistags befasste sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Bilanz.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN "Wir haben eine überaus erfolgreiche Museumssaison 2006 hinter uns", betonte Landrat Heinz Eininger. Auch der Förderverein, der vermehrt in die Museumsarbeit eingebunden ist, freut sich über Zuwachs und zählt inzwischen 415 Mitglieder.

Ungeachtet der Erfolgsbilanz mit 80 Veranstaltungen, 440 Führungen und 453 museumspädagogischen Aktionen kippten die Ausschussmitglieder etwas Wasser in den Wein: FDP-Kreisrat Wolfgang Haug stellte in Frage, ob die Qualität zu halten ist, regte eine weitergehende Kooperation der Museen im Landkreis an und monierte, dass das Thema "Filder" in den Beurener Herbstwiesen derzeit fehlt. Problematisiert wurde im Rund auch die Parkplatzsituation an Tagen wie Mostfest und Oldtimertreffen, die sich alljährlich als Besuchermagnet erweisen. Landrat Heinz Eininger wies auf die neue Bushaltestelle vor dem Freilichtmuseum und den Einsatz von Shuttle-Bussen an den Spitzentagen hin. Er räumte jedoch ein, dass eine Steigerung der Besucherzahl elementar mit einer verbesserten Infrastruktur zusammenhänge. "Überlegt werden muss, wie sich ein Eingangsgebäude finanzieren lässt." Der Aufbau der vier restlichen eingelagerten Gebäude ist für den Landrat an neue Finanzierungstöpfe geknüpft, da das Land die Fördersumme auf eine Million Euro heruntergefahren hat. Städte und Gemeinden, aus denen die Häuser stammen, könnten sich beispielsweise beteiligen", so Eininger. Einen entsprechenden Brief an den Wangener Bürgermeister hat der Landrat bereits abgeschickt. Der Rathauschef hatte sich in einem Schreiben erkundigt, wann mit der Aufstellung des Hauses aus seiner Gemeinde zu rechnen sei.

SPD-Kreisrat Peter Werner wollte wissen, warum die Sponsorengelder der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen an die Zahl der Besucher geknüpft ist. "Mit der Koppelung an den Eintritt erreichen wir quasi eine Subvention. Sonst wären die Eintrittskarten 1,50 Euro teurer", erklärte der Landrat. Insgesamt hat die Kreissparkasse für die abgelaufene Saison 120 000 Euro überwiesen.

Im Übrigen wurde das Museumsdorf in den vergangenen Wochen um ein Haus reicher: Ein Bautrupp hat das 500 Jahre alte Haus "Aichelau" mithilfe einer neuen Technik, die dem Fertighausbau ähnelt, innerhalb von zehn Tagen aufgestellt. "Im nächsten Jahr gehen wir an den Innenausbau", teilte die Leiterin des Freilichtmuseums, Steffi Cornelius, gestern auf telefonische Anfrage mit. Die Fertigstellung ist nach derzeitigem Stand fürs Jahr 2009 geplant.