Lokales

"Infrastruktur nicht zeitgemäß"

Zu später Stunde wurde dem Lenninger Gemeinderat während der jüngsten Sitzung das Gutachten zur Sanierung der Haustechnik in der Turn- und Festhalle Unterlenningen vorgestellt. Die Entscheidung wurde in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit vertagt.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN So ziemlich alles in der Turn- und Festhalle in Unterlenningen ist marode. Dies ist nicht verwunderlich, steht sie doch fast im Originalzustand von 1957 da. Die Elektrik entspricht bei weitem nicht dem gesetzlich geforderten Standard, und auch die Heizung ist weit vom heute gültigen Stand entfernt. Mit Radiatoren werden die Nebenräumen beheizt und mit Luft die Halle, weshalb die Wärmeerzeugung mit getrennten Anlagen erfolgt. "Im Bereich der Elektroleitungen bestehen erhöhte Risiken durch Kurzschluss und Brandgefahr. Bei der Heizung ist ein hoher Engergieverbrauch festzustellen", fasste Ingenieur Wischumerski die Problematik zusammen. Allein für die Haustechnik belaufen sich die Kosten nach seiner Rechnung auf rund 1,23 Millionen Euro.

"Wie nicht anders zu erwarten war, gibt es gleich ein paar große Probleme. Die ganze Infrastruktur ist nicht mehr zeitgemäß, auch wenn es im Jahr 1994 eine Sanierung gab", urteilte Bürgermeister Schlecht. Das Honorar mit eingerechnet, geht er von Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. "Bei einem Umbau weiß man nie, was alles noch passieren kann. Da die Halle nicht unter Denkmalschutz steht, ist ein Abriss mit Neubau ebenfalls denkbar", regte der Schultes an, denn eine Sanierung bringt keine räumliche Verbesserung. Sollte sich jedoch die Kostenschätzung für eine neue, zweigeteilte Halle im Bereich von 3 Millionen Euro bewegen, wäre diese Planung vom Tisch. "Wir wollen kein Schmuckkästchen, sondern eine funktionierende Turn- und Festhalle", ist Michael Schlecht optimistisch, dass sich ein Neubau im Kostenrahmen zwichen 1,8 und 2 Millionen Euro bewegt und somit realisierbar wäre.

Ist ein Neubau geplant, würden vom Gesetzgeber die Sicherheitsmängel in der alten Halle akzeptiert, allerdings nicht, wenn mit der Realisierung erst in sieben oder acht Jahren zu rechnen ist, so Wischumerski.

Wegen der fortgeschrittenen Zeit sah sich Georg Zwingmann nicht mehr in der Lage, sinnvoll über diesen Tagesordnungspunkt zu diskutieren. "Wir leben seit fast 50 Jahren mit dieser Halle. Ich beantrage daher eine Vertagung", erklärte er zur Freude der meisten Ratskollegen. Bei einer Gegenstimme wurde seinem Antrag zugestimmt und somit wird im Juli das weitere Vorgehen in Sachen Turn- und Festhalle Unterlenningen besprochen.