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Innovativ und "Reihenweise Familiär"

Mit dem Deutschen Bauherrenpreis 2006 wurde die Kirchheimer Architekten- Planungsgemeinschaft Karl-Heinz Schöllkopf und Matthias von Schroeder für ein Modellprojekt in Karlsruhe ausgezeichnet. Der Jury lagen insgesamt 178 eingereichte Projekte zur Beurteilung vor.

RICHARD UMSTADT

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KIRCHHEIM Den renommierten Deutschen Bauherrenpreis 2006 erhielten die beiden Kirchheimer Architekten Karl-Heinz Schöllkopf und Matthias von Schroeder für das Modellprojekt Wohnsiedlung "Smiley West" in Karlsruhe. In der Nordweststadt von Karlsruhe wurde von der Volkswohnung GmbH auf dem ehemaligen Areal der amerikanischen Smiley Barracks die Wohnsiedlung "Smiley West" mit engagierter Beteiligung der Planer sowie der späteren Eigentümer realisiert.

Karl-Heinz Schöllkopf und Matthias von Schroeder wurden bewusst als "externe" Architekten bei dem Karlsruher Projekt hinzugezogen, weil beide Projekte mit ähnlicher Zielrichtung planten und bauten und beide, sozusagen im dauernden Selbstversuch, darin wohnen, es sind die sogenannten "Sonnenhäuser" und auch "Saarstraße".

26 Reihenhäuser bilden in "Smiley West" die von den Kirchheimer Architekten geplanten Projekte "MiniMax" (Minimaler Aufwand maximaler Wohnwert) und "Reihenweise Familiär". Das ebenfalls ihre Handschrift tragende Gebäude "Schöner Wohnen" besteht aus zehn Geschoss- beziehungsweise Maisonettewohnungen. Zusammen mit den Planern erarbeiteten die Baugruppen den jeweiligen Gebäudeentwurf, die Konstruktion und die Haustechnik.

Alle Gebäude sind nach ökologischen und kostengünstigen Kriterien konzipiert. Die Planungs- und Bauzeit dauerte von 2002 bis 2006. Entstanden sind 17 Baugruppen mit jeweils verschiedenartigen Wohnformen, Preiskategorien und Images vom kostengünstigen, familienfreundlichen Reihenhaus über Maisonettewohnungen bis hin zum frei stehenden Einfamilienhaus.

Dabei wurde ein ganzes Spektrum von Innovationen erprobt: autoreduzierte Erschließung, ökologische Freiflächengestaltung, Energiesparbauweisen unterschiedlichen Typs bis hin zum Passivhaus. Insgesamt umfasst das Karlsruher Modellprojekt 185 Wohnungen.

Die Jury würdigte außerdem, dass im Zuge eines engagierten, vom kommunalen Wohnungsunternehmen initiierten Beteiligungsverfahrens eine fußgängerfreundliche und radfahrergerechte Siedlung mit hoher Wohnumfeldqualität im Eigentumssektor entstanden ist.

Zu dem in der Fachwelt viel beachteten Deutschen Bauherrenpreis ist Folgendes zu sagen: Im Jahr 1986 hat die Arbeitsgruppe Kooperation den Wettbewerb um den Deutschen Bauherrenpreis unter dem Motto "Hohe Qualität Tragbare Kosten" im Sinn einer Förderung positiver Ansätze und Lösungen im Wohnungsneubau und in der Altbaumodernisierung ins Leben gerufen.

Bis heute sind fünfzehn Wettbewerbe mit großem Erfolg ausgelobt und durchgeführt worden. Auslober der beiden Wettbewerbe um die Deutschen Bauherrenpreise 2005 und 2006 der Aktion "Hohe Qualität Tragbare Kosten" waren die Arbeitsgruppe Kooperation, der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, der Bund Deutscher Architekten und der Deutsche Städtetag.

Ausgelobt wurde der Deutsche Bauherrenpreis 2006 für innovative Neubauprojekte im Wohnungsbau.

Ziel der Arbeitsgruppe Kooperation ist die Stärkung der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Kommunen, Wohnungsunternehmen, freiberuflichen Architekten und anderen Planern vor Ort sowie auf Bundes- und Landesebene. Seit 1980 beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit dem kosten- und flächensparenden Bauen.

Auch mit dem diesjährigen Wettbewerb wurde angestrebt, die Rolle der Bauherren und Investoren als richtungsgebende Partner hervorzuheben, ihre besondere Verantwortung nicht nur für die wirtschaftliche, sondern auch für die gestalterische, ökologische und soziale Qualität ihrer Bauwerke herauszustellen, ihren Beitrag zur Hebung der Baukultur in Städten und Gemeinden unter Mitwirkung von qualifizierten Architekten und Fachingenieuren zu würdigen sowie den Mut zum Experiment und die Bereitschaft zur Praktizierung neuer Formen der Zusammenarbeit vor Ort zu fördern.

Vor allem sollten auch die Ansätze des "integrierten Wohnens" verschiedener Gruppen sowie Ansätze zur Kostensenkung durch die städtebauliche Planung, die Erschließung und die systematische Kooperation aller Beteiligten gewürdigt werden.

Der Deutsche Bauherrenpreis 2006 wurde Mitte Januar im Rahmen der DEUBAU 2006 in Essen verliehen.