Lokales

Innung steht hinter Ministerium

Rund 80 000 Dieselfahrzeuge gibt es im Kreis Esslingen. Mindestens zwei Drittel sind nach der Schätzung von Alfred Hiller, Pressesprecher der Kraftfahrzeug-Innung Nürtingen, mit Rußpartikelfiltern nachrüstungsfähig.

KREIS ESSLINGEN Der neueste gemeinsame Vorschlag von Bayern und Rheinland-Pfalz, Autofahrer einmalig um 330 Euro steuerlich zu entlasten, wenn sie ab 2007 ihre Diesel-Pkw zur Verbesserung der Luftqualität mit Partikelfiltern nachrüsten, stößt bei der Kraftfahrzeug-Innung auf Gegenliebe.

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Noch lieber wäre ihr allerdings der baden-württembergische Vorschlag, die Förderung schon jetzt zu beginnen und auch bereits nachgerüstete Pkw zu fördern. Es geht bei der Diskussion natürlich ums Geld: Bayern und Rheinland-Pfalz haben vorgeschlagen, die Förderung von 330 Euro ab 2007 mit der Kraftfahrzeugsteuer zu verrechnen. Verkehrsstaatssekretär Rudolf Köberle und die Kraftfahrzeug-Innung möchten die Nachrüstungswilligen lieber früher in der Werkstatt sehen und auch die nicht vergessen, die schon etwas für die Umwelt getan haben.

Staatssekretär Rudolf Köberle in einer Pressemitteilung des Ministeriums: "Baden-Württemberg will einen Schritt weitergehen und fordert, dass auch diejenigen, die ihre Diesel-Pkw bereits vor 2007 mit einem Partikelfilter nachgerüstet haben, von der Förderung profitieren sollen.

Lieber heute als morgen begrüßen würden die Kfz-Betriebe im Bereich der Nürtinger Innung die nachrüstungswilligen Kunden: Die Nachrüstung stellt für die Kfz-Werkstätten ein kleines Konjunkturprogramm dar mit einem potentiellen Umsatz von 26,1 Millionen Euro bei rund 80 000 Dieselfahrzeugen im Kreis Esslingen.

Der zweite Grund ist die Mehrwertsteuererhöhung: Von besagtem Umsatz bekommt 3,6 Millionen Euro der Finanzminister als Mehrwertsteuer zurück. Aber nur, wenn die Nachrüstung vor dem 1. Januar 2007 stattfindet. Danach steigt der Anteil des Finanzministers von 16 auf 19 Prozent und die mehrwertsteuerliche Belastung für Autofahrer oder Autofahrerin auf 4,2 Millionen Euro. Was die Rechte gibt, holt die Linke also zumindest teilweise wieder zurück, bedauert die Kfz-Innung Nürtingen.

pm