Lokales

Insgesamt 8000 Kilometer erwandert

Im insgesamt rund 115 000 Mitglieder fassenden Schwäbischen Albverein ist der Teck-Neuffen-Gau mit seinen etwa 7300 Mitgliedern einer der größten. In diesem Jahr traf sich der Verein in der Oberboihinger Gemeindehalle, um seine Gauversammlung abzuhalten.

ANDREAS EHRFELD

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OBERBOIHINGEN Landrat Heinz Eininger hob in seinem Grußwort die besondere Verbindung des Landkreises Esslingen mit dem Teck-Neuffen-Gau hervor. Schon sehr früh habe der Albverein erkannt, wie wichtig die Pflege der Landschaft sei, und sei deshalb ein verlässlicher Partner des Landkreises in Sachen Umwelt- und Naturschutz. Um sich auch in Zukunft um den Naturschutz kümmern zu können, sei es notwendig, dass junge Menschen dem Albverein beitreten, um die so erfolgreiche Arbeit fortzusetzen. Als weitere Ziele nannte Eininger den Ausbau des Biosphärengebietes Schwäbische Alb, das in den nächsten Jahren von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt werden soll. Im Biosphärengebiet kümmert sich der Albverein bislang unter anderem um die Pflege des Wanderwegenetzes.

Auch eine Anregung hatte Eininger für die Mitglieder des Teck-Neuffen-Gaus: den Erhalt und die Pflege der Streuobstwiesen. Diese Kulturlandschaft dürfe nicht verloren gehen. Derzeit sieht der Landrat die Gefahr, dass die Bäume überaltern und da auch die Bewirtschaftung derzeit unrentabel sei, steige die Gefahr, dass das Wissen um die Obstbäume verloren gehe.

Oberboihingens Bürgermeister Helmut Klenk bedankte sich für die soziale Arbeit der Ortsgruppe Oberboihingen. Jedes Jahr hat der Albverein einen Stand auf dem Oberboihinger Weihnachtsmarkt. Der Erlös aus den Verkäufen gehe an soziale und karitative Einrichtungen. So kamen in den letzten Jahren insgesamt rund 30 000 Euro zusammen. Als besondere Errungenschaft der Ortsgruppe Oberboihingen nannte Klenk das 1985 angelegte Biotop "Heimbühl". Das Biotop ist 1996 zum Naturdenkmal erhoben worden. Bei der Entstehung des Biotops wirkte auch Richard Haussmann mit, der nun neuer Gau-Naturschutzwart wird und damit in die Fußstapfen von Walter Wahl tritt.

Bei der Pflege der Hecken und der jährlichen Gemarkungsputzete sei der Albverein stets ein verlässlicher Partner für die Gemeinde, betonte Klenk.

Gauobmann Gerhard Böhringer verlas zum Abschluss des offiziellen Teils der Gauversammlung den Jahresbericht und gab zudem einen kleinen Rückblick auf die Geschichte des Schwäbischen Albvereins. "1888 hat sich im Waldhornsaal in Plochingen der Albverein gegründet. Heute ist der Albverein der größte Wanderverein in ganz Europa", so Böhringer nicht ohne Stolz.

Wesentliche Aufgabe in der heutigen Zeit ist für den Teck-Neuffen-Gau die Pflege des Wegenetzes. "Allein in unserem Gau sind das 350 Kilometer", erläuterte Böhringer. Umso ärgerlicher sei es, dass dem Verein seine Arbeit dadurch erschwert werde, dass immer wieder Wanderschilder geklaut würden. Dadurch entstehe ein nicht unerheblicher finanzieller Schaden.

Insgesamt haben in diesem Jahr zirka 17 000 Mitglieder an den angebotenen Wanderungen teilgenommen und dabei rund 8000 Kilometer zurückgelegt.

Böhringer selbst wurde zu seiner eigenen Überraschung von Dieter Stark, Vorstandsmitglied des Schwäbischen Albvereins, und Jürgen Schmid, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Ortsgruppe Oberboihingen, für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement mit der silbernen Ehrennadel und einem Gutschein geehrt. Auch der Notzinger Otto Bosch, bereits seit 41 Jahren Mitglied im Albverein, wurde für seine verschiedenen Tätigkeiten innerhalb des Vereins geehrt.

Abschließend wurde der Gauwimpel von den Oberboihingern an die Schlierbacher Ortsgruppe weitergegeben, die im nächsten Jahr ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Aus diesem Anlass veranstalten die Schlierbacher neben der Gauversammlung am 4. November 2007 auch den Gauwandertag, der am 24. Juli stattfinden wird.