Lokales

"Integration bleibt wichtige Aufgabe"

Wenngleich in den letzten Jahren weniger Spätaussiedler nach Baden-Württemberg und in den Kreis Esslingen gekommen sind, bleibt die Unterstützung vor allem der jugendlichen Spätaussiedler eine wichtige Aufgabe. Dieses Fazit zogen die SPD-Landtagsabgeordnete und Kreisrätin Carla Bregenzer sowie der SPD-Kreisrat Helmut Nauendorf nach einem Besuch beim Jugendmigrationsdienst in Nürtingen.

NÜRTINGEN Beeindruckt waren die beiden Kreisräte vor allem über die personelle Kontinuität im "Bruderhaus Diakonie". "Ich habe Sie schon vor Jahren in Oberensingen besucht und bei meinen Besuchen im Aussiedlerwohnheim in Kirchheim kennen sowie ihre Arbeit dort schätzen gelernt", spannte Carla Bregenzer den Bogen zu früheren Begegnungen mit Dieter Kranz und Andrea Kees.

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Helmut Nauendorf wusste schon seit seiner Zeit als Rektor der Nürtinger Roßdorf-Grundschule und als im Roßdorf wohnender Gemeinderat um die Unverzichtbarkeit der sozialen Arbeit des Jugendmigrationsdienstes.

Die Mitarbeiter dieser diakonischen Einrichtung in Nürtingen betreuten in der Vergangenheit jugendliche Spätaussiedler, auf Grund des neuen Ausländergesetzes werden sie sich in Zukunft auch anderen jugendlichen Migranten und Migrantinnen widmen. Die langjährige Erfahrung und die guten Kontakte zu Schulen, Arbeitsämtern und sozialen Einrichtungen sind dabei eine wichtige Voraussetzung zum Gelingen. Sie begleiten Jugendliche auf ihrem Weg in die Schulen, sie beraten die Eltern, sie helfen auf dem Weg zur Ausbildung, zu Behörden, häufig auch zur Polizei und sie machen vielfältige Angebote für die Freizeit. Zentrales Ziel ist dabei immer, die Jugendlichen in ihrer sprachlichen Kompetenz zu stärken, sie in Kultur und Gesellschaft einzuführen, sie auf ihrem Weg in die neue Heimat zu begleiten, der sie häufig mit Angst, manchmal auch mit Ablehnung gegenüberstehen.

Der Nürtinger Kreisrat und Gemeinderat Helmut Nauendorf lobte die gute Unterstützung, die vor allem die Schulen vom Jugendmigrationsdienst erhielten: "Sie kennen die familiären und kulturellen Hintergründe, zu Ihnen haben die Familien Vertrauen aufgebaut, das ist unbezahlbar".

Der Leiter des Jugendmigrationsdienstes, Dieter Kranz, berichtete von den jährlich wiederkehrenden Mühen der Geldbeschaffung für diese Arbeit und von der Hoffnung, die sich ja auch erfüllte, Mittel aus dem europäischen Sozialfonds zu erhalten.

Andrea Kees stellte auf Nachfrage von Carla Bregenzer die Mädchenarbeit vor. Die jungen Mädchen seien zwar öffentlich nicht so auffällig, hätten aber mindestens genau so große Integrationsprobleme wie die Jungen. Bewährt habe sich für diese vor allem Freizeiten, bei denen genügend Zeit und Gelegenheit sei, Beziehung aufzubauen und Vertrauen zu gewinnen, um in der neuen, so viel Freiheit versprechenden Welt zurechtzukommen.

Mit der Durchführung der sozialen Gruppenarbeit und einzelner Projekte zur sozialen Integration beschäftigt sich Jörg Kluge, der als dritter Mitarbeiter an dem Gespräch mit den SPD-Politikern teilnahm.

Carla Bregenzer und Helmut Nauendorf verabschiedeten sich nach diesem interessanten Gespräch mit der Zusage, jederzeit hilfreich zur Seite zu stehen, wenn dies notwendig werde.

pm