Lokales

Integration ins Arbeitsleben

Neue Wege, hör- und sprachgeschädigte junge Menschen ins Arbeitsleben zu integrieren, zeigte eine Fachtagung der Paulinenpflege in Winnenden auf. An der Fortbildung nahmen auch Mitglieder des Arbeitskreises der Vertrauenspersonen von schwerbehinderten Menschen im Kreis Esslingen teil.

KREIS ESSLINGEN Die Mitglieder des Arbeitskreises informierten sich bei der Veranstaltung über berufliche Perspektiven junger Menschen mit Behinderung. Seit über 75 Jahren setzt sich das Berufsbildungswerk für Gehörlose, Schwerhörige und Sprachbehinderte der Paulinenpflege Winnenden (BBW) für die Chancengleichheit behinderter junger Menschen ein. Es bietet verschiedene Möglichkeiten einer Berufs- oder Schulausbildung sowie individueller Förderung an. Rund 30 verschiedene Berufe können die Auszubildenden erlernen.

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Ziel der Veranstaltung war es, über die Arbeit der Paulinenpflege zu informieren, Kontakte zu knüpfen, Vorurteile abzubauen und den Weg für die Schaffung dringend benötigter Praktikums- und Ausbildungsplätze zu ebnen.

Die Direktorin der Heimsonderschule, Beate Löffler, stellte sich in der Gebärdensprache vor und beeindruckte damit die Teilnehmer der Tagung ausnahmsweise waren sie es, die nichts verstanden. Sie erläuterte, dass Hör- und Sprachbehinderung oftmals einher gehen. Wichtig ist es, die Behinderung früh zu erkennen, um eine gezielte Förderung einzuleiten.

Dargelegt wurden auch besondere Fähigkeiten hörgeschädigter Menschen: sie sind etwa sehr visuell orientiert. Wie eine Zusammenarbeit mit der Wirtschaft aussehen kann, erläuterte Hans Peter Faber, Leiter Bildungswesen bei der Neckarsulmer Audi AG, die seit vielen Jahren erfolgreich Kontakte zur Paulinenpflege hat.

Die Firma stellt mit gutem Erfolg Ausbildungsplätze für hörbehinderte Jugendliche zur Verfügung. Dennoch: Ein Selbstläufer ist das Projekt nicht. Es bedarf einer enger Kooperation und einem hohen Engagement.

Über Hörgeschädigte am Arbeitsplatz berichtete Joachim Link, Personalleiter der Firma Sortimat Technology in Winnenden. Soziales Engagement erfordert ungewöhnliche Wege, so seine These. Die Firma stellt Praktikantenplätze und Arbeitsplätze für Gehörlose zur Verfügung. Bei einem Rundgang konnten die Teilnehmer die Werkstätten besichtigen, an denen junge Menschen mit Behinderung unter anderem in Technischem Zeichnen, Drucktechnik, Textilberufen, Metall und Elektrotechnik ausgebildet werden.

Ein weiteres Thema war die Integrationsberatung. Sie unterstützt die Eingliederung in den Arbeitsmarkt nach dem erfolgreichen beruflichen Rehabilitationsprozess. Weitere wichtige Punkte, die bei der Tagung angesprochen wurden, sind die Beratung von Arbeitgebern und die wohnortnahe Rehabilitation.

Das BBW Winnenden unterstützt hör- oder sprachbehinderte Jugendliche, die einen Ausbildungsplatzin der freien Wirtschaft gefunden haben mit einem flexiblen, auf den Einzelnen zugeschnittenen Angebot.

bsk