Lokales

Integrationsarbeit und interkultureller Dialog sind gefragt

Die ehrenamtlich engagierten Kirchheimer leisten einen "Beitrag zum sozialen Frieden in Deutschland." Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker würdigte mit diesen Worten am Samstag die ehrenamtliche Arbeit der Kirchheimer Bürger in den verschiedensten Vereinen, Initiativen und Gruppierungen.

JULIA GÖRS

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KIRCHHEIM In ihrem Grußwort zur bundesweiten Woche des Bürgerschaftlichen Engagements 2004 betonte sie, dass der Einsatz von Bürgern in den Bereichen Sport, Kultur, Umwelt- und Naturschutz, Soziales, Selbsthilfe und Kirche für das Gemeinwesen und eine "funktionierende Stadt" unabdingbar sei. Das bestehende Angebot an Information, Hilfestellung und Dienstleistung sei "in dem Umfang und der Qualität anders nicht möglich."

In den Mittelpunkt rückte sie die Arbeit der Initiativen, die sich der Eingliederung von Ausländern widmen. Mit 16 Prozent ausländischen Bewohnern in Kirchheim liegt die Stadt über dem bundesweiten Durchschnitt (8,9 Prozent), 87 Prozent der Ausländer sind aus den ehemaligen Anwerberländer für Gastarbeiter. Integrationsarbeit und interkultureller Dialog sind in Kirchheim also besonders wichtig. Dazu finden viele verschiedene Aktivitäten statt. Die Oberbürgermeisterin griff zwei Projekte heraus und stellte am Samstag die neu erschienene Publikation des Kirchheimer Stadtarchivs vor, die sich mit den Gastarbeitern in Kirchheim auseinandersetzt und die Geschichte der Arbeitsmigration in Kirchheim beschreibt. Neben dem Buch sei auch der neue Film "Miteinander leben" ein weiterer Weg, um Ausländern Informationen zur Integration zu liefern und ihnen Zugang zu vielfältigen Angeboten zu weisen, so Matt-Heidecker. Buch und Film würden Fakten darlegen und so viel Unkenntnis und Vorurteile über Migration und Ausländer abbauen.

An dem Präsentationstag haben sich fast 70 verschiedene Vereine, Ini-tiativen und Gruppierungen mit Informationsständen und einem Kulturprogramm in der Kirchheimer Innenstadt vorgestellt. Bei der "Werbe- und Leistungsschau," wie es die Oberbürgermeisterin nannte, gab es jede Menge Informationen über die Gruppierungen und ihre Arbeit in Form von Faltblätter und Broschüren. Den ganzen Vormittag waren Ehrenamtliche zum Gespräch bereit und boten auch verschiedene Produkte, Kaffee, Tee und Kuchen zum Verkauf. Für Kinder gab es Gewinnspiele oder andere Beschäftigungsmöglichkeiten. "Das Gemeinwesen lebt von den Fähigkeiten und Talenten der Ehrenamtlichen," sagte Angelika Matt-Heidecker. Jeder habe Fähigkeiten, die er für andere einsetzen könne, warb sie, dass sich noch mehr Kirchheimer ehrenamtlich engagieren. Die Anzahl der Vereine und Gruppen, in denen man tätig werden kann, ist in Kirchheim sehr groß und vielfältig, für jeden sei etwas dabei.

Der Kirchheimer Präsentationstag gliedert sich ein in die bundesweite Woche des Bürgerschaftlichen Engagements 2004. Unter dem Motto "Engagement macht stark" würdigen das Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE) und Schirmherr Bundeskanzler Gerhard Schröder die ungefähr 23 Millionen Deutschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Wenn der Wunsch nach einem ehrenamtlichen Engagement in Kirchheim besteht, ist die Fachstelle Bürgerengagement der Stadt Kirchheim für Fragen da und stellt Kontakte her zu den verschiedensten Vereinen und Institutionen, die sich das Engagement auf ihre Fahnen geschrieben haben.