Lokales

Interesse an betreutem Wohnen zu Hause

So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben das ist der Wunsch der meisten älteren Menschen. Im Kern spiegelt sich diese Aussage auch im Ergebnis einer Umfrage zum Thema "Betreutes Wohnen zu Hause" im Raum Weilheim wider. Die Ergebnisse für Holzmaden liegen nun vor.

BIANCA LÜTZ

Anzeige

HOLZMADEN Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle stellte die Umfrageergebnisse für seine Kommune in jüngster Gemeinderatssitzung vor. Holzmaden, Weilheim, Ohmden und Neidlingen hatten sich mit einem Fragebogen unter der Überschrift "Betreutes Wohnen zu Hause" an alle Einwohner ab 65 Jahren gewandt. Mit der Bedarfserhebung wollen die Gemeinden auf die demografische Entwicklung reagieren: "Die Gesellschaft wird immer älter und immer mehr Menschen wohnen allein", verdeutlichte Jürgen Riehle. Diese Tendenz mache neue Wohn- und Betreuungsformen notwendig. "Deshalb", so heißt es in dem Anschreiben zur Umfrage, "befassen wir uns im Raum Weilheim zusammen mit den bekannten sozialen und kirchlichen Diensten mit dem Thema des ,betreuten Wohnens zu Hause'. Wir wollen zu dem Angebot der bestehenden Dienste bei Bedarf weitere Hilfen schaffen, die eine Versorgung in der eigenen Wohnung sicherstellen."

Insgesamt 331 Holzmadener Senioren flatterte der Fragebogen ins Haus. 110 von ihnen antworteten auf Fragen zu ihrer Wohnsituation, zu Hilfsbedürftigkeit und der eigenen Haltung zu betreutem Wohnen zu Hause. Es stellte sich heraus, dass nur 19 bis 20 Prozent der über 65-Jährigen bei ihren Kindern wohnen. "Die meisten leben allein", so Jürgen Riehle. Insbesondere treffe das auf Paare und ältere Männer zu.

"Bei ungefähr 56 Prozent der Befragten ist eine Betreuung durch Verwandte möglich", sagte der Bürgermeister und verwies auf den Umkehrschluss: Immerhin knapp die Hälfte der Senioren haben keine Angehörigen, die sie versorgen können. "Das wird in den nächsten Jahren noch zunehmen", prognostizierte er.

Ein Großteil der älteren Menschen in Holzmaden kennt die Angebote der örtlichen Hilfsdiensteleistungen von DRK, Diakoniestation, Krankenpflegeverein und Nachbarschaftshilfe. Diese nehmen laut Umfrage jedoch nur wenige Holzmadener in Anspruch. "Die meisten brauchen sie noch nicht", schlussfolgerte Riehle.

Einer "Betreuung im Hause" steht eine große Mehrheit der Paare, aber auch allein stehender Männer und Frauen positiv gegenüber: "92 Prozent der Befragten würden Betreuung zu Hause gerne in Anspruch nehmen", sagte Jürgen Riehle. Nur fünf Pozent hätten ein klares "Nein" signalisiert. Allerdings glauben zwei Drittel, dass sie das Angebot in absehbarer Zeit noch nicht brauchen werden. 23 Prozent der Senioren gaben an, dass sie "Betreuung zu Hause" in naher Zukunft annehmen würden. Die Frage, ob sie selbst bereit wären, stundenweise ehrenamtliche Dienste zu übernehmen, verneinten 72 Prozent der über 65-jährigen Holzmadener. Nur 18 Prozent antworteten mit "ja".

"In den nächsten Tagen werden wir die Befragungsergebnisse mit den Nachbargemeinden zusammenfassen", gab Jürgen Riehle bekannt. Klar ist für ihn: "Hilfeleistungen wie betreutes Wohnen zu Hause wird es in Zukunft vermehrt geben und geben müssen. Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben." Ein ambulantes Netz der Leistungen sei im Hinblick auf die alternde Bevölkerung somit die "beste und wirtschaftlichste Lösung".