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IO:12010601.JP_Halbzeit! Die Spieler gehen in die Kabine und der Trainer hat etwas Zeit, das "Gekicke" zu analysieren, Fehler aufzuzeigen, die Taktik zu ändern oder gar Spieler auszuwechseln vorausgesetzt, es ist schlecht gelaufen. Meine Halbzeitbilanz kann sich glaube ich sehen lassen: Sieben Kilogramm habe ich in den letzten fünf Wochen liegen lassen. Doch das ruft inzwischen schon Neider auf den Plan: Der Jojo-Effekt werde mich ereilen! Die abgespeckten Kilos sind schnell wieder drauf doppelt und dreifach. Dann würde ich ja bald 105 Kilo wiegen! Dreistellig! Uiiih andere glauben daran, ich nicht! Ich träume von der 7 vorne auf der Waage. Ein schöner Traum, der bald Realität werden könnte. Warum: weil ich hartnäckig bin, weil ich beißen kann auch in der zweiten Halbzeit von PfundsFit? Wir werden sehen . . .

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Wer aber denkt, das Spiel ist nach zwei Halbzeiten oder zehn Wochen vorbei, der irrt. Da geht es in die Verlängerung: Deshalb wird jetzt schon Basisarbeit geleistet, um nicht gleich im Freibad "abzusaufen". Immer dienstags geht's zum Schwimmen ins Hallenbad. Nach fast eineinhalbjähriger Badeanstalt-Abstinenz ist das die richtige Vorbereitung auf künftige persönliche Bahnrekorde im Kirchheimer Freibad. Der liegt momentan noch bei 80 Bahnen, aufgestellt im September 2004.

Was rät eigentlich das Pfunds-Fit-Abnehmbuch zum Thema Ziele? "Um nicht an den hohen Erwartungen zu scheitern, sollten Sie im ersten Zugang besser einen gewollten Anfangszustand eines Verhaltens (zum Beispiel: "Ich will in dieser Woche den Trainingsplan befolgen und dreimal walken gehen") statt des gewünschten Endzustands eines langfristigen Verhaltens (etwa: "Ich will zehn Kilogramm abnehmen") ins Auge fassen. Und weiter: "Setzen Sie sich dann eine Reihe Zwischenziele, von denen Sie spüren, dass Sie diese auf jeden Fall schaffen können. Das Zwischenziel ein Kilo weniger pro Woche habe ich seither auch geschafft. In Fünfminutenschritten habe ich die Zeit pro Trainingseinheit auf dem Ergometer verlängert. Momentan strampele ich rund 70 Minuten locker durch. Dabei schaue ich gerne Fußball-Livespiele oder Dokumentationen wenn möglich, werbefrei. Mein ständiger Begleiter beim Training ist übrigens die Einliterflasche Mineralwasser ohne Kohlensäure, aber dafür mit Lemon. Spätestens nach dem Training ist der Inhalt einmal durch den Körper geflossen und in Form Tausender Schweißtropfen wieder herausgetreten.

Aber nicht nur während des Pedaletretens ist das stille Wässerchen nun ständiger Begleiter. Zwei Liter am Tag trinke ich mindestens davon. Das haben meine Nieren auch verdient. Aus zehn Kaffee und drei Cola sowie einem O-Saft-Schorle in der Mittagspause wurden in fünf Wochen Pfunds-Fit-Kur vier Kaffee, ein O-Saft-Schorle und zwei Liter Wasser, ist der Bedarf eines Arbeitstags. Und wenn ich nun Lust auf eine Cola verspüre? Dann trink' ich halt eine. Das macht den Bock schließlich nicht fett. Das Gleiche gilt für das Essen. Bei den Fettaugen bewege ich mich spielend leicht am Fettaugenminimum. Gestern habe ich mir sogar ein leckeres Rahmschnitzel mit Spätzle zum Mittagstisch gegönnt nur ohne Rahmsauce. Auf Nachfrage erhielt ich ohne Probleme eine andere, fettaugenärmere Soße. Und man muss die Spätzle ja auch nicht gleich darin ertränken.

Durch das Schwimmen wird man übrigens ganz schön hungrig. Deshalb sind wir am Dienstagabend noch eingekehrt: Während sich die Fotografenkollegin zwei Schnitzelchen mit Pommes gönnte, bestellte ich einen großen Salat mit Putenstreifen und Vinaigrette sowie eine Reisbeilage. Daraus bastelte ich mir flugs Pute mit Reis und Salatbeilage. Der Schwabe neigt ja bekanntlich dazu, den Teller leer zu essen und zwar ratzeputz. Ich dagegen lerne gerade, langsamer zu essen. Sobald sich das Sättigungsgefühl eingestellt hat, kommt nicht der Schwamm, sondern die Serviette darüber. Wem die Portionen zu viel sind, kann auch fragen, ob es das Angebot auch als kleine Portion gibt. Fragen kostet nix und günstiger ist es auch.

Pfunds-Fit sagt: Keine rigiden Vorsätze. Man solle sich nichts verbieten, sondern sich antrainieren, zu strenge Vorsätze zu erkennen (zum Beispiel: "Nie mehr Schokolade!") und das eigene Leben damit nicht zu belasten. Stattdessen rät das Buch, flexible Verhaltensvorsätze zu formulieren, die den Anforderungen des anstrengenden und verführerischen Alltags standhalten können. "Ich werde in der kommenden Woche mit drei Tafeln Schokolade auskommen", ist ein flexibler Vorsatz für jemanden, der bislang vier oder fünf Tafeln vernascht hat. Man kann zwischen den Tagen "Gutscheine" bilden oder "Kredite" in Anspruch nehmen und dennoch seinen Vorsatz kontrollieren.

Wie geht's eigentlich meinem Bauch? Eine oft gestellte Frage in den vergangenen Wochen: "Er schwabbelt", sage ich dann. "Warum?", fragen sie. Ganz einfach: "Er spannt nicht mehr so!" Schließlich fehlen da ja schon ein paar Kilo. Und wie geht's mir? Sehr gut. Ich fühl mich fitter und es ist einfach lockerer, 84 Kilo die drei Etagen zu Hause nach oben zu wuchten anstatt 91 wie noch vor fünf Wochen. Und was halte ich von Jojo-Effekten? Die schwimme ich ab Mai in Grund und Boden. Dafür habe ich die Grundlage gelegt und werde sie in den kommenden Wochen verfestigen.

So, die "Halbzeit" ist vorbei. Jetzt geht's wieder raus auf Pfunds-Fit-Spielfeld. Denkste! Heute wird gefeiert. Meine Waden haben heute Ruhetag und ich gönn' mir was, schließlich bin ich "kreditfähig". Und nächste Woche? Da lasse ich es mal ruhiger angehen, denn ich darf! Na, "Appetit" bekommen auf Pfunds-Fit? Wer jetzt einsteigt, hat den ersten "Schweinehund" schon besiegt nämlich die eigene Überwindung. Ausführliche Infos zum Einstieg gibt es im Internet unter auf www.pfundsfit.de. Text: Jörg Bächle Foto: Katrin Maier