Lokales

Israel im Lichte Daniel Dagans

Journalist aus dem jüdischen Land zu Gast in der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule Kirchheim

Der israelische Journalist Daniel Dagan hat gestern in der Ja­kob-Friedrich-Schöllkopf-Schule interessante Eindrücke über Israel vermittelt und auf das Problem der seiner Meinung nach falschen Berichterstattung aufmerksam gemacht.

Anhand von Fotos und Zeichnungen vermittelte Daniel Dagan den Schülern seine Ansicht über Israel und den Nahost-Konflikt.Foto:
Anhand von Fotos und Zeichnungen vermittelte Daniel Dagan den Schülern seine Ansicht über Israel und den Nahost-Konflikt.Foto: Markus Brändli

Kirchheim. Der stellvertretende Schulleiter der Schöllkopf-Schule, Jens Kaiser, freute sich über den Besuch des israelischen Journalisten Daniel Dagan und hoffte, dass durch seinen Vortrag und das Gespräch mit ihm bei den Schülern das Interesse für Israel geweckt und das gegenseitige Verständnis füreinander gefördert wird.

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Dass Israel oft im Mittelpunkt des allgemeinen Interesses steht, hat für Daniel Dagan politische, wirtschaftliche und religiöse Gründe. Der Stellenwert, den Israel in der Welt einnimmt, ist nach seiner Ansicht manchmal überzogen, da das Land in Nahost nur ein Prozent der arabischen Welt ausmacht.

Als weithin unbekannten Fakt bezeichnete Daniel Dagan die Verfolgung der orientalischen Juden in den arabischen Ländern, über die von der deutschen Presse nicht berichtet werden würde. Die Zeitungen stellten dagegen vermehrt die Probleme Israels in den Mittelpunkt. Doch Israel habe nicht nur Schwierigkeiten, sondern sei als Hightech-Supermacht wirtschaftlich sehr erfolgreich.

Die Linke Partei in Deutschland kritisierte er, weil sie erst vor einigen Monaten beschlossen habe, das Existenzrecht Israels anzuerkennen. Auch der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel, der Israel als Apartheid bezeichnete, erregte seinen Unmut. „Wählen Sie nicht Herrn Gabriel“, forderte er die Schüler auf. „In Israel gibt es keine Rassentrennung. Im Gegenteil: Im Judentum ist jede Rasse vertreten.“

Lügen würden laut Daniel Dagan in der Berichterstattung über den Gazastreifen verbreitet. Vor allem über die Darlegung der Fakten durch die ARD mokierte er sich. Seiner Meinung nach besteht entgegen Fernseh- und Presseberichten nicht die geringste Möglichkeit, Gaza hermetisch abzuriegeln, da auch Ägypten an Gaza grenzt. Auch die Anschuldigung, Israel hätte in Gaza Kriegsverbrechen begangen, wies er als weitere feindliche Kampagne gegen den jüdischen Staat zurück.

„Israel soll dämonisiert werden“, empörte sich Daniel Dagan. Als Beispiel führte er die israelische Erstürmung des türkischen Frachters im Mai 2011 an. Auf einem Originalfoto der türkischen Zeitung Hürriyet wird ein israelischer Soldat von einigen Türken mit Messern bedroht. Reuters, ein globaler Anbieter für Nachrichten, veröffentlichte das Foto ohne Messer. Das Bild wurde überall verbreitet und trug nach Ansicht von Daniel Dagan zu der allgemeinen Überzeugung bei, dass israelische Soldaten grundlos das Feuer auf türkische Besatzungsmitglieder eröffnet hätten. Zudem stellte er die These auf, dass Erdogan den israelisch-arabischen Konflikt nutze, um seine Popularität zu steigern.

Der israelische Journalist berichtete, dass die Palästinenser schon heute die Mehrheit in Jordanien stellen, einem Teil ihres ursprünglichen Mandatsgebietes, und im Gaza­streifen die alleinige Herrschaft besitzen, da Israel seine Streitkräfte abgezogen und die Siedlungen im Gebiet evakuiert habe. Als Israel das Beenden des Konflikts beabsichtigte, forderte die palästinensische Seite die Rückkehr ihrer drei bis fünf Millionen Flüchtlinge nach Israel. „Das Eingehen auf diese Forderung würde das Ende des jüdischen Staates bedeuten“, betonte Daniel Dagan.

Die Schüler reagierten mit Inte­resse auf seinen Vortrag. Nachdem er einige Fragen beantwortet hatte, las er ein Gedicht seines Lieblingsdichters Heinrich Heine vor und wurde unter lautem Beifall verabschiedet.