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"Ist Gesundheit noch bezahlbar?"

Über die Reformbemühungen im Gesundheitswesen informierten die evangelischen Kirchengemeinden Unterlenningen und Brucken in Kooperation mit dem evangelischen Bildungswerk. Referent war der Bundestagsabgeordnete Michael Hennrich.

LENNINGEN Bei einem früheren Besuch in Berlin hatte eine von der Bruckener Pfarrerin Magarete Oberle geleitete Reisegruppe bereits mit dem Abgeordneten diskutiert. Der CDU-Politiker, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Soziales, betrachtete den Abend als Fortführung des Gesprächs über das Thema Gesundheitspolitik. Die Veranstaltung im Rahmen der Erwachsenenbildung der evangelischen Kirche trug den Titel "Ist Gesundheit noch bezahlbar?".

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Als entscheidende Herausforderung sieht Michael Hennrich die demografische Entwicklung. "Wir haben nicht zu viele alte Menschen, sondern zu wenig junge Menschen," beschrieb er das Problem. Das zu begrüßende steigende Alter bedeute eine längere Inanspruchnahme von Rentenbezügen, steigende Kosten für die Krankenversicherung und längere Pflegezeiten im Alter. Dadurch steigen die Kosten bei den Ausgaben an. Die Einnahmen bei der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung werden auf Grund von fehlenden Arbeitsplätzen sinken. Zudem gebe es weniger junge Menschen, die Beiträge in die sozialen Sicherungssysteme zahlen. Von entscheidender Bedeutung sei es deshalb, die Zahl der Arbeitsplätze zu erhöhen und deren Abbau zu verhindern. Nur wenn wieder mehr Arbeitsplätze vorhanden seien, könnten die sozialen Sicherungssysteme zukunftsfähig gemacht werden.

Ein erster Schritt dafür sei mit der momentanen Gesundheitsreform geleistet worden, die unter anderem über stärkere Eigenbeteiligung bei Medikamenten, die Praxisgebühr und durch stärkere Heranziehung der Betriebsrenten finanziert werde. Ein weiterer großer Reformschritt werde in Zukunft durch die Einführung der Gesundheitsprämie notwendig werden. Mit der Gesundheitsprämie werde jeder den gleichen Betrag für seine Gesundheitsversorgung bezahlen. Jeder habe somit auch den Anspruch auf die gleichen Gesundheitsleistungen. Durch die Gesundheitsprämie würden die Unternehmen entlastet, da die Finanzierung des Gesundheitswesens von den Lohnkosten abgekoppelt werde.

Michael Hennrich betonte, dass auch das neue Gesetz nach sozialen Maßstäben gestaltet werde. Bei niedrigen Rentenbezügen oder Einkommen fänden Ausgleichszahlungen aus Steuereinnahmen statt, um die Gesundheitsprämie zu finanzieren. Es müsse immer sichergestellt werden, dass Gesundheit für die Menschen bezahlbar bleibe und flächendeckend zur Verfügung stehe.

ps