Lokales

Ja zum Neubau am Fuße der Teck

Gemeinderat begrüßt Pläne für heimverbundenes Wohnen am Dettinger Alten- und Pflegeheim

Jede Menge Lob aus dem Gemeinderat ernteten die Pläne der Evangelischen Heimstiftung für einen Erweiterungsbau beim Dettinger „Haus an der Teck“. Dort soll künftig heimverbundenes Wohnen in eigenständigen Wohnungen möglich sein. Bürgermeister Rainer Haußmann sprach von einem Vorhaben mit „politischer Bedeutung für die Gemeinde“.

Bianca Lütz

Dettingen. Je älter die Gesellschaft wird, desto mehr Gedanken muss sich die Kommunalpolitik über Angebote für Senioren machen – auch was das Wohnen angeht. Die Gemeinde Dettingen hat dies bereits in ihrem Altenhilfeplan getan. Als besonders geeignete Möglichkeit wurde da das „heimverbundene betreute Wohnen“ gesehen, was auch eine Umfrage unter Bürgern bekräftigt.

Eben diese Wohnform möchte die Evangelische Heimstiftung nun anbieten und zwar in einem Erweiterungsbau auf dem Guckenrain, der an das Alten- und Pflegeheim „Haus an der Teck“ angebunden ist. Dem Vorhaben hat der Dettinger Gemeinderat in jüngster Sitzung zugestimmt. Mehr noch: Für die Wohnform, aber auch für das konkrete Baugesuch, gab es ein dickes Lob von allen Fraktionen. Dass in Dettingen bald eine zusätzliche Art des altersgerechten Wohnens angeboten wird, bezeichnete Bürgermeister Haußmann als „politisch bedeutend“. Allerdings schließe das nicht aus, dass künftig noch andere Wohnformen verwirklicht werden.

Architekt Ralf Horn und Carmen Treffinger, Regionaldirektorin der Evangelischen Heimstiftung, stellten das Projekt vor. 20 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit Balkonen sollen in dem Neubau im Westen des bestehenden Alten- und Pflegeheims „Haus an der Teck“ entstehen. Insgesamt hat der Flachdachbau vier Geschosse, das oberste ist ein Stück zurückgesetzt. Weil die Mieter die Möglichkeit bekommen sollen, die Gemeinschaftsräume, den Speisesaal und zum Beispiel den Friseur im Alten- und Pflegeheim zu nutzen, wird der Neubau durch einen Gang mit dem Altbau verbunden. Carmen Treffinger betonte, dass es aber jedem freistehe, ob er die Angebote nutzen wolle oder nicht. Mit der Erweiterung wird auch der Speisesaal im Altbau vergrößert und durch eine Terrasse ergänzt. Neu geschaffen werden zudem 33 Parkplätze in einer Tiefgarage, unter einer Überdachung sowie direkt an der Alten Bissiger Straße, sodass für beide Häuser 71 Stellplätze zur Verfügung stehen. Mit dieser hohen Zahl – Vorschrift wären nur 40 Parkplätze – reagieren die Planer auf Forderungen des Gemeinderats.

Einwände waren im Vorfeld auch von den Bewohnern des Alten- und Pflegeheims gekommen. So bestand etwa die Sorge, dass der Erweiterungsbau ihre „Oase im Grünen“ schmälere. „Da stecken Emotionen drin“, war sich Rainer Haußmann im Klaren. Denn selbstverständlich müsse eine Freifläche einem Gebäude weichen. Dennoch werden die Bewohner weiterhin genügend Grün vor der Haustüre haben, versicherten Heimstiftung und Bürgermeister. Die Birkenallee vor dem künftigen Eingang des Erweiterungsbaus muss zwar weichen, um Platz zu schaffen. Allerdings sind die Bäume nach Aussagen der Architekten ohnehin schon zu alt. Als Ersatz wird etwas versetzt eine Lindenallee gepflanzt. „Die Lücke zur Straße wird geschlossen, und die schöne Seite bleibt offen“, brach der Schultes eine Lanze für die Positionierung des neuen Gebäudes.

Neben Lob gab es aus dem Gemeinderat auch Anregungen. Bärbel Weinacht hielt die Parksituation für „ziemlich verzettelt“ und bat darum, eine Zuordnung festzulegen. Rainer Kuhn schlug vor, Gespräche mit Segelfliegern und Schützen zu führen, um über Parkmöglichkeiten bei Veranstaltungen zu sprechen und bat, die Feuerwehrzufahrt großzügig genug zu gestalten. Bärbel Weinacht erkundigte sich, ob elf Drei-Zimmer-Wohnungen nicht zu viel seien. Das verneinte Ralf Horn: „Das ist das, was nachgefragt wird. Das ist der Trend.“

Heute um 19 Uhr findet im Feuerwehrschulungsraum des Dettinger Rathauses eine öffentliche Bürgerinformation zum Erweiterungsbau „Haus an der Teck“ statt.

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