Lokales

"Jahr des interkulturellen Dialogs" bietet Chancen

Liebe Leserinnen und Leser des Teckboten, das vergangene Jahr war ein politisch turbulentes Jahr. Erfreulich war, dass es der Bundesregierung möglich war, die Vertragsblockade der Europäischen Union zu überwinden, sodass nun der europäische Integrationsprozess weitergehen kann. Auch wenn in weiten Kreisen eine Europamüdigkeit zu beobachten ist, muss uns klar sein, dass die EU unserem Frieden dient und uns Stabilität und Wachstum gebracht hat.

Dass trotz der Bedenken einiger Mitgliedsstaaten die Grundrecht-Charta und der Reformvertrag unterzeichnet wurden, ist ein Erfolg und eine gute Grundlage für Europas weitere Entwicklung. Während des gesamten Jahres haben uns außenpolitische Problem in Atem gehalten; seien es die Irritationen mit Polen, der Bundeswehreinsatz in Afghanistan oder die Selbstmordattentate im Irak oder in Algerien.

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Gut sind die Neuigkeiten, dass der Iran möglicherweise im Moment noch nicht an Atomwaffen bastelt, sodass Zeit gewonnen ist für die Suche nach politischen Lösungen.

Ein Thema, das meines Erachtens nach bislang viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält sind "Drogen" legal oder illegal. Während des gesamten Jahres stand bei Radveranstaltungen nicht zuletzt auch bei der Rad-WM in Stuttgart Doping im Vordergrund und nicht die sportliche Leistung, die ja von vielen zu Recht angezweifelt wird.

Auch legale Drogen sind ein viel zu lange verschwiegenes Thema. Wenn sich Jugendliche auf Flatrate-Partys um die Besinnung trinken, dann hat das nichts mehr mit pubertären "Trinkversuchen" zu tun. Alle, die als Vorbilder oder Idole gelten, müssen einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol und Nikotin vorleben. Und sie müssen deutlich machen, dass die Einnahme von illegalen Drogen, sei es nun Doping im Sport oder der Konsum von Szene-Drogen am Wochenende, keine Kavaliersdelikte sind, sondern Straftaten und damit nicht toleriert werden können.

Demgegenüber ist ermutigend, dass sich hier im Kreis viele Menschen um das Gemeinwohl sorgen und sich ehrenamtlich engagieren. Ein Beispiel ist der im letzten Jahr ausgezeichnete Förderverein des Lenninger Schlössle. Er besuchte in diesem Jahr Berlin. Gemeinsam haben wir dem Kunstwerk "Der Bevölkerung" von Hans Hake im Reichstagsgebäude Erde aus dem Wahlkreis zugeführt und damit die Brücke zwischen Berlin und dem Kreis "kunstvoll" geschlagen.

Was kommt 2008 auf uns zu: Die EU hat das Jahr 2008 zum "Europäischen Jahr des interkulturellen Dialogs" ausgerufen. Ziel ist es, den Dialog zwischen allen Kulturen und allen Menschen, die in der Europäischen Union leben, zu fördern und das tolerante und friedliche Miteinander selbstverständlich zu machen. Ich bin überzeugt, dass es im Kreis Esslingen viele Menschen gibt, die genügend Ideen haben, wie dieses Ziel auch in Kirchheim umgesetzt werden kann. Auf jeden Fall sollte die Chance hierzu, die das kommende Jahr bietet, genutzt werden.

Ich wünsche Ihnen ein frohes, gesundes und friedliches neues Jahr.Ihre Uschi Eid.