Lokales

Jahrzehnte auf der Bühne der Kreispolitik

Die Kommunalwahl des vergangenen Jahres hat das Gesicht der Kreistagsfraktion der Freien Wähler stark verändert. Nicht weniger als 15 Mitglieder, die zum Teil Jahrzehnte auf der Bühne der Kreispolitik agierten, zogen sich aus dem aktiven Geschehen zurück.

NÜRTINGEN Im Kreis ihrer Kolleginnen und Kollegen zusammen mit den Partner/Innen wurden sie im Panoramasaal der Nürtinger Stadthalle K3N vom Fraktionsvorsitzenden Alfred Bachofer gewürdigt und verabschiedet.

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Mehr als 30 Jahre und sechs Amtsperioden gehörte Bürgermeister a.D. Hans Schäfer aus Neckartenzlingen zur Fraktion. Alfred Bachofer hob seine zielstrebige und kameradschaftliche Art und sein exzellentes Fachwissen hervor. Als Sprecher im Ausschuss für Technik und Umwelt hat er auch in schwierige Phasen, so bei den unendlichen Mülldebatten, die Fraktion kompetent vertreten. Bürgermeister Richard Hohler aus Aichwald war Mitglied der Fraktion ab 1979 während fünf Wahlperioden. Er zeichnete sich durch sein hilfsbereites und freundliches Wesen und in verschiedenen Ausschüssen durch eine zielstrebige und fundierte Kommunalpolitik aus.

Immer gut aufgelegt und als engagierter Vertreter einer kleinen Kommune mit Blick für die Anliegen der Bürger ausgestattet, gehörte Dieter Fälchle aus Bempflingen 20 Jahre dem Kreistag und der Fraktion an. Bürgermeister Helmut Klenk aus Oberboihingen und Bürgermeister Gerhard Schmid aus Deizisau engagierten sich 15 Jahre lang in der Kreispolitik. Alfred Bachofer bezeichnete beide als außerordentlich sachkundige und pragmatische Vertreter der Bürgerinteressen im Kreis und in ihren Gemeinden.

Ein oder zwei Wahlperioden lang gehörten dem Kreistag und der Fraktion der Freien Wähler an: Rainer Geissler aus Wendlingen, Bürgermeister Erich Hartmann, Beuren, Bürgermeister Rainer Haußmann, Dettingen, Sybille Köber, Kirchheim, Hermann Kohn, Filderstadt, Walter Reber, Denkendorf, Wally Rost, Deizisau, Josef Wahl, Neuhausen, Friedrich Rapp, Esslingen, und Hagen Zweifel, Kirchheim.

In seiner humorvollen und von Herzlichkeit bestimmten Ansprache ließ Fraktionsvorsitzender Alfred Bachofer die lange Zeit der Zusammenarbeit Revue passieren. Er hob das sachorientierte, an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger und ihrer Kommunen ausgerichtete Arbeitsklima in der Kreistagsfraktion hervor. Man habe sich stets vom öffentlichen Wohl leiten lassen und eine Politik der Freigiebigkeit, um Wählerstimmen zu gewinnen, abgelehnt. Es sei zu bedauern, dass nach einer kurzen Phase der Haushaltskonsolidierung wieder ein tiefer Sturz der Kreisfinanzen eingetreten sei. Die unvermeidbare Durststrecke sei aber zu bewältigen, da man auf fast allen Feldern des Kreisgeschehens, insbesondere bei den Schulen, der Abfallwirtschaft, der Fürsorge für die ältere Generation und der Prävention im sozialen Bereich auf einem soliden Fundament aufbauen könne. Im Krankenhauswesen seien die notwendigen Schritte zur Sicherung einer hochwertigen und wohnortnahen Versorgung eingeleitet. Alle dafür erforderlichen Beschlüsse seien von den Freien Wählern maßgebend beeinflusst worden.

Das Engagement und die Erfahrung der ausscheidenden Kolleginnen und Kollegen hätten dazu wesentlich beigetragen. "Wir verlieren viel fachliche und persönliche Kompetenz, haben aber in hohem Maße vom Können und der Kameradschaft der ausscheidenden Fraktionsmit-glieder profitiert. Auf dieser gemeinsamen Arbeit können wir auch in schwieriger Zeit aufbauen. Dafür sind wir von Herzen dankbar," schloss Alfred Bachofer.

pm