Lokales

Jede Menge Kultur und leibliche Genüsse

Zusammen mit Chorleiter Christian Vogt starteten die Sängerinnen und Sänger des Jesinger Gesangvereins mit Ehepartnern und Bekannten mit dem Bus zu ihrer Chorreise nach Prag.

KIRCHHEIM Über die Autobahn ging es bis Pilsen. Gemeinsam spazierten die Reiseteilnehmer in die Stadt und waren fasziniert von den reich mit Ornamenten verzierten Gebäudefassaden in der Innenstadt. Weiter ging es nach Prag zu dem am Stadtrand liegenden Hotel Globus. Dort wurden die Reiseteilnehmer herzlich von Helene Simakova begrüßt. "Frau Helene", wie sie genannt werden durfte, stand den Jesingern die kommenden Tage als Reiseleiterin und Stadtführerin zur Verfügung.

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Am frühen Abend stand dann der erste Programmpunkt an. Mit dem Bus ging die Fahrt in die Prager Innenstadt in eines der schönsten Lokale Prags, das über 500 Jahre alte "U Fleku" mit eigener Schwarzbierbrauerei. Zu böhmischer Musik wurde kräftig mitgesungen und auch das Tanzbein konnte geschwungen werden.

Danach stand der Abend zur freien Verfügung. Während der Bus einen Teil der Reisegesellschaft wieder ins Hotel zurückbrachte, lockte die laue Sommernacht zu einem Spaziergang der Moldau entlang bis zur Karlsbrücke. Viel zu schnell brach die Nacht herein. In einer gemütlichen Straßengaststätte am Rathausplatz ließ man den herrlichen Tag nochmals Revue passieren.

Am Freitag stand eine Stadtführung auf dem Programm. Nach dem Frühstück ging es mit dem Bus zur Prager Burg. Dort angekommen, erzählte "Frau Helene" geschichtliches über Prag, die Burg selbst und die Prager Kirchen mit Besichtigung der Basilika Sankt Georg. Punkt 12 Uhr marschierte dann eine Garde Wach-soldaten über den Hradschiner Platz zum von den "Kämpfenden Giganten" bewachten Eingangstor der Burg. Die Wachablösung erfolgt mit einer eigens auf Bitten von Vaclav Havel von dem Rockmusiker Michael Kocab komponierten Hymne. Danach ging es durch das Goldmachergässchen wieder hinunter in die Stadt. Abendlicher Programmpunkt und Höhepunkt des Tages war eine Schifffahrt auf der Moldau mit kalt/warmem Buffet an Bord. Von hier aus konnte aus einem ganz anderen Blickwinkel die Stadt mit ihrer Burg, den Kirchen und Brücken betrachtet werden. Als denn bei der Rückfahrt zur Anlegestelle die Burg und die Stadt im Lichterglanz strahlte, konnte man wahrlich den Eindruck einer goldenen Stadt spüren.

Der Samstagvormittag stand zur freien Verfügung. Viele nutzten die Gelegenheit, in die Stadt zu fahren. Vom Ausgangspunkt "Pulverturm" ging es in Richtung Fußgängerzone und Wenzelsplatz, um in Begleitung von "Frau Helene" weiteres Interessantes über Prag zu erfahren. Andere zog es in die Geschäfte in der Innenstadt. Am Nachmittag verdunkelte sich der Himmel und ein Gewitter brach los. Zum Glück war gerade zu diesem Zeitpunkt die Probe zur Vorbereitung auf das abendliche Konzert angesetzt. Rechtzeitig zur Abfahrt zum Konzert schien dann wieder die Sonne. Die etwa einstündige Busfahrt führte in Richtung Teplice nach Litomerice, einer etwa zwanzigtausend Einwohner zählenden Stadt im Leitmeritzer Land. Dort angekommen wurden die Sängerinnen und Sänger der Jesinger Eintracht vom gastgebenden Chor der Litomericer Musikschule herzlich begrüßt. Pünktlich um 19 Uhr eröffnete der gastgebende Chor, im Wechsel dirigiert von seinen beiden Chorleiterinnen, das Konzert im Saal der Musikschule. Im Anschluss daran brachte unter Leitung von Christian Vogt der Gemischte Chor der Eintracht Jesingen "Missa brevis" von Richard Burzynski, "Erlaube mir fein's Mädchen" von Johannes Brahms, "Schön ist die Welt" nach einem Satz von Walther Schneider sowie das Silcherlied "Nun leb' wohl, du kleine Gasse" dem interessierten Publikum zu Gehör. Mit "Ripport'a me" von H. Löffler, dem "Schifferlied" von Friedrich Silcher, dem "Württemberger Wie" und dem von P.-M. Riehm stammenden "Trinklied" begeisterte der Jesinger Männerchor die Zuhörer.

In Anschluss an das Konzert wurden die Jesinger in einer nahegelegene Gaststätte zum Essen eingeladen. Schnell kam man miteinander ins Gespräch und viel zu schnell verging die Zeit.

Am Sonntag nach dem Frühstück wurde die Heimfahrt angetreten. Kurzfristig wurde vereinbart, die Rückreiseroute über Karlsbad zu legen. Dort um die Mittagszeit angekommen, bestand die Möglichkeit, über die Fußgängerzone in Richtung der Quellen zu gehen oder in einer gemütlichen Gaststätte nochmals böhmische Kost bei tschechischem Bier zu genießen. Weiter ging die Heimreise bis zum Grenzübergang Cheb/Waldsassen. Hier wurde nochmals Rast eingelegt. Danach ging es zügig über Nürnberg, Feuchtwangen und Ulm wieder zurück in die Heimat. Für den Gesangverein Eintracht 1880 Jesingen war diese Chorreise die dritte mit konzertantem Auftritt verbundene Reise ins Ausland und sicherlich mit ein Höhepunkt im diesjährigen Jubiläumsjahr zum 125-jährigen Bestehen des Vereins.

jd