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Jede Menge Spaß beim Radeln für einen guten Zweck

KIRCHHEIM Wer am Mittwochnachmittag in Kirchheim unterwegs war, konnte ein buntes Treiben beobachten: 22 kleine und große Gruppen von Radfahrern tummelten sich

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ANKE ALBRECHT

in den Straßen, zu denen meistens ein Erwachsener und einige Jugendliche im Alter von etwa 13 Jahren gehörten. Der Erwachsene war niemand anders als ein Pfarrer der umliegenden Gemeinden und die Jugendlichen die zukünftigen Konfirmanden, die an der Fahrrad-Konfir- manden-Rallye teilnahmen.

Die Rallye fand schon zum neunten Mal statt und ist bei den 350 bis 400 Konfirmanden ein Highlight, auf das sie am Ende ihrer Konfirmandenzeit gerne zurückblicken. Die Jugendlichen radeln dabei zusammen mit ihrem jeweiligen Pfarrer nach Kirchheim und lernen dort die verschiedenen diakonischen Einrichtungen kennen, zu denen sie auf einem Bogen Fragen beantworten müssen.

Dieses Jahr erhielt die Rallye noch ein Motto: Die Konfirmanden radelten für einen guten Zweck. Sie sollten im Vorfeld Sponsoren finden und eine Kilometerpauschale sowie Startgeld aushandeln. "Das entwickelte sich zu einem richtigen Konkurrenzkampf", meint Beatrice Lackner, eine der Diplom-Sozialarbeiterinen der Diakonischen Bezirksstelle. Konfirmanden verglichen untereinander, wie viel Geld sie schon zusammen bekommen hatten und waren stolz darauf, wenn sie ein wenig mehr als die anderen hatten.

Das Geld kommt den Familien, Jugendlichen und Kindern zugute, die von der Diakonischen Bezirksstelle Kirchheim unterstützt werden. Insgesamt kamen 1963 Euro zusammen. Die Summe will die Kirchengemeinde Weilheim noch auf 2000 Euro aufstocken.

Zu den Stationen zählten das Wächterheim, das Brückenhaus, die Paulinenpflege, das Henriettenstift, die Diakoniestation und natürlich auch die Diakonische Bezirksstelle, von der die Konfirmanden-Rallye ausgerichtet wurde. An den einzelnen Stationen waren Informationswände aufgestellt und die Verantwortlichen berichteten über ihre Aufgaben und über die Menschen, die ihre Einrichtungen besuchen, welche Probleme es bei ihrer Arbeit zu bewältigen gilt und welche schönen Momente es gibt. Dabei war das Interesse der einzelnen Gruppen recht unterschiedlich. Manche hörten aufmerksam zu und stellten im Anschluss Fragen, für andere stand eher das Radeln im Mittelpunkt.

Fast alle Stationen hatten sich auch noch etwas mehr einfallen lassen: Im Brückenhaus konnten sich die Konfirmanden mit verschiedenen Spielgeräten beispielsweise mit Pedalos die Zeit vertreiben und sich mit Wassermelonen erfrischen.

In der Paulinenpflege gab es einen Hindernisparcours, der mit verbundenen Augen und an einem Seil entlang tastend zu bewältigen war. Nach der Meinung von Wolfgang Buckenhofer, der die Konfirmanden durch alle Schwierigkeiten "geleitete", war es für diejenigen eine gute Erfahrung, die sich auch wirklich auf den Parcours einließen und nicht spickelten . Er verrät auch, wozu ein solcher Hinderniskurs nützlich ist: "Man kann damit beispielsweise herausfinden, woher bei Jugendlichen die Angst vor dem Dunkeln kommt."

Spaß hatten die Konfirmanden vor allem auch beim Verkleiden ihres Pfarrers in der Diakonischen Bezirksstelle. Sie konnten dort aus den verschiedensten Second-Hand-Klamotten des Diakonieladens wählen, um ihren Pfarrer zu "verschönern". Meist kamen dabei sehr lustige "Kreationen" heraus.

Einen Stock höher, in der Diakoniestation, lag ein Spiel bereit: Die Konfirmanden mussten aus dem Wort "Diakoniestation" möglichst viele neue Wörter bilden, was anschließend mit etwas Süßem belohnt wurde.

Ein besonderes Highlight stellte außerdem der Rollstuhlparcours des Kirchheimer Wächterheims dar. Die teilnehmenden Jugendlichen konnten dort erfahren, wie es ist, als Rollstuhlfahrer seinen Alltag zu bewältigen, in dem sie beispielsweise Tischfußball aus dem Rollstuhl spielten oder eine Wippe überfahren mussten.