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Jetzt Sträucher setzen

"Wer einmal von eigenen Beeren Träubleskuchen, Saft oder Marmelade genießen will, sollte ab Anfang Oktober das Strauchbeerenobst anpflanzen," rät Obst- und Gartenbaufachberater Albrecht Schützinger vom Esslinger Landratsamt.

KREIS ESSLINGEN Rote und schwarze Johannisbeere, Stachelbeere oder Josta gibt es wurzelecht als ein-, zwei- und dreijährige Sträucher oder als Veredelungen als Nieder- oder Hochstamm mit 50 beziehungsweise 90 Zentimeter Höhe. Die Sträucher lassen sich auch als ein-, zwei- oder dreitriebiges Spalier an einem Pfosten erziehen.

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Alle Strauchbeerensorten gedeihen gut in sonniger, freistehender Lage und mögen keine schweren Böden mit Nässestau. Johannis- und Stachelbeersträucher brauchen mindestens zwei Meter, als Spalierobst zirka einen Meter Platz. Josta benötigt als Strauch 3,50 Meter, als mehrtriebiges Spalier 2,50 Meter Platz.

Nach dem Pflanzen empfiehlt der Fachberater bei Sträuchern, die ohne Topf gekauft wurden, einen Pflanzschnitt. Beim einjährigen Strauch sind alle Triebe auf zwei Drittel einzukürzen, bei zwei- und dreijährigen Sträuchern lediglich einige Triebe ganz wegzuschneiden. Wird ein Spalier erzogen, kommen alle Triebe bis auf ein bis drei Gerüstäste weg.

Pflanzen aus dem Topf werden nicht geschnitten. Vor dem Austrieb oder nach der Ernte erhalten die Strauchbeeren dann den Pflegeschnitt. Bei Sträuchern werden die älteren Haupttriebe herausgeschnitten, insgesamt acht bis zehn Triebe sollten je Strauch stehen bleiben. Beim Spalier werden die Gerüsttriebe alle fünf bis sieben Jahre ausgewechselt, alle Neutriebe am Boden entfernt und das abgetragene Fruchtholz nach zwei Jahren komplett vom Ansatz weg entfernt. Lediglich bei Krankheit sollten die Triebspitzen eingekürzt werden.

"Nicht vergessen: Im fünften Jahr muss aus einem der Bodentriebe ein Trieb als Gerüstast erzogen werden", rät Albrecht Schützinger. Auf die Düngung im Frühjahr sollte, so der Obst- und Gartenbauexperte, nicht verzichtet werden. 60 bis 80 Gramm pro Quadratmeter organischer Beerenobstdünger wird empfohlen. Auch der Pflanzenschutz sollte nicht vernachlässigt werden. Gegen Mehltau und weitere pilzliche Krankheiten ist je nach Sorte vom Austrieb bis nach der Blüte ein Schutz aufzubringen. Läuse sind beim ersten Auftreten zu bekämpfen. Für Jostabeeren ist übrigens nahezu kein Pflanzenschutz erforderlich. Bei den roten Johannisbeeren empfiehlt Albrecht Schützinger die Sorten Jonkheer van Tets und Rovada, unter den schwarzen Sorten Fertöder 1 und Ometa. Bei den Stachelbeeren sind es die Sorten Hinnonmäki, Invicta oder Rolanda.

Weitere Informationen: Fachberatung für Obst- und Gartenbau beim Landratsamt Esslingen, Telefon 07 11 / 39 02-21 53.

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