Lokales

Jubel über den Schnee von vorgestern

Es hat ja doch noch geklappt: weiße Weihnacht auf den letzten Drücker und rechtzeitig zu den Ferien. Während die Autofahrer auf den winterlichen Straßen recht achtsam mit Gaspedal und Bremse umgehen müssen, können sich die Wintersportler an den Nordhängen der Alb austoben.

RICHARD UMSTADT

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KIRCHHEIM "Schöner geht's nimmer" und "super gut sieht's aus" jubilierten gestern Nachmittag unisono die Liftbesitzer zwischen Ochsenwang und Westerheim und freuten sich nicht nur über den Schneezuwachs, sondern auch über die Heere anrückender Wintersportler. Kein Wunder, nutzen doch viele Vereine und Familien die schulfreie Zeit, um Wintersport zu treiben. Mit den neuesten Bretteln, Snowboards und Schlitten erobern sie mit und ohne Lifte die gut präparierten Pisten. Temperaturen um den Gefrierpunkt tragen ein Übriges zum Erhalt der weißen Pracht bei.

Mit 15 bis 20 Zentimeter geben die Liftbesitzer auf der Albhochfläche die aktuelle Schneehöhe an. Laut Meteorologen des Wetteramtes Stuttgart dürfte sich daran heute und in den nächsten Tagen auch nicht viel ändern. Das Hochdruckgebiet soll zwar noch bis morgen halten, doch weitgehend niederschlagsfrei sein. Morgennebel wechselt sich mit heiterem Sonnenschein am Nachmittag ab bis zum Wendepunkt morgen Nachmittag. Dann nähern sich der Schwäbischen Alb von Westen her Tiefausläufer und bringen dunkle Wolken mit. Ob aus ihnen allerdings Regen oder ob Schnee fällt, darüber streiten sich die Gelehrten der Wetterkunde. Das heißt, sie konnten gestern noch keine definitive Aussage über die Schneefallgrenze treffen.

Besonders ungemütlich soll's am Sonntag werden. Schneeregen ist angesagt. An Silvester und Neujahr wird sich das Ganze dann wieder beruhigen, so die Wetterprognose, Wolken und "Aufhellungen" wechseln sich ab. Dabei wäre es durchaus möglich, dass Frau Holle noch ein wenig ihre alten Betten schüttelt. Für die Autofahrer heißt dies, möglichst achtsam ins neue Jahr zu rollen, denn "ein Zentimeter Schnee auf der Fahrbahn ist nicht gleich einem Zentimeter Schnee auf der Piste", stellte der Mann vom Wetteramt einmal mehr seine wahrsagerischen Fähigkeiten unter Beweis.

Zwar hatte Werner Seehofer während der Mittagszeit gestern alle Hände voll zu tun, aber anschließend nahm sich der Teckwirt doch drei Sekunden Zeit, um von der herrlichen Aussicht des 775 Meter hoch liegenden Kirchheimer Wahrzeichens übers Ländle zu schwärmen. Für zahlreiche Familien Grund genug, durch den wie mit einem Zuckerstreuer gepuderten Winterwald hoch zur Burg zu wandern.

Freilich bietet sich nicht nur die Teck als Wanderziel an. Auch zwischen Ochsenwang und Schopfloch oder Hochwang, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler gibt es genügend Möglichkeiten, sich in klarer Luft und warm eingepackt in winterlicher Natur zu bewegen. Dabei sollten aber vor allem Langläufer die gespurten Loipen nicht verlassen, rät Bezirksjägermeister Jochen Sokolowski. "Das Wild braucht im Winter seine Ruhe. Wird es von Wanderern oder Langläufern aufgescheucht, so verbraucht es sehr viel Energie. Dagegen hat sich das Wild an Menschen auf den Wanderwegen gewöhnt."