Lokales

Jubiläum mit "Herbstwind" und buntem Programm

Mit einem vielfältigen Programm wurde in der Limburghalle das 25-jährige Bestehen der Seniorenarbeit in Weilheim gefeiert. Die zahlreichen Gäste aus dem Verwaltungsraum bekamen kurzweilige und gute Unterhaltung geboten.

RAINER STEPHAN

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WEILHEIM Dem herrlichen Herbstwetter angepasst, intonierte die Blaskapelle "Herbstwind" beschwingte Stücke zur Begrüßung. Bürgermeister Hermann Bauer, Hausherr und Initiator der Seniorenarbeit im Jahr 1980, hieß Gruppen mit so schönen Namen wie Holzmadener "Spätlesen" oder die "Hafaknöpf" aus Ohmden willkommen.

Er ging auf die Veränderungen in der Altersstruktur der Gesellschaft ein und wies auf die Notwendigkeit verstärkter Seniorenarbeit in den Gemeinden hin. Weilheim habe mit dem Einsatz für Betreutes Wohnen im "Haus Albblick" sowie dem Bau des Senioren- und Pflegeheims "Kalixtenberg", für dessen Erstellung die Stadt das Grundstück zur Verfügung gestellt habe, einiges bewegen können.

Mit einem leidenschaftlichen Gedicht über die Senioren zog Erika Jahke, Chefin des Betreuungsteams der Seniorenstube, die Zuhörer in ihren Bann. "An uns Senioren kommt keiner vorbei", war der vielsagende Kehrreim ihrer Dichtkunst. Ihr besonderer Dank galt den seitherigen Leitern der 1980 gegründeten Seniorenstube: Christa Bauer, Hans Brunner und Ernst Rosensprung. Evi Haussmann arbeitet bereits seit 25 Jahren im Team mit.

Dass Tanzen im fortgeschritteneren Alter jung hält, bewies die Tanzaufführung der Gymnastikgruppe "50 plus". Diese Abteilung wurde von der Gründung im Jahr 1980 bis 1997 von Heinz Brengel geleitet. Seit 1997 steht Elfriede Schur der Gruppe vor.

Rund 20 Musiker aus Kirchheim und Umgebung bilden seit zwölf Jahren die Blaskapelle "Herbstwind". So wie heuer beim Nachbarschaftstreffen erfreuten sie in der Vergangenheit mit vielen öffentlichen Auftritten, die sie einst sogar bis Barcelona führten, immer wieder die Freunde der Blasmusik. Mit der Aufforderung "Entmotten sie ihr Instrument" warb der Sprecher der Kapelle um Nachwuchs.

Eine geschmackvolle Modenschau präsentierte das Modehaus Werner aus Weilheim. Die zahlreichen Models stellten unter anderem Steppjacken, Wollanzüge mit Fischgrätmuster und modische Kurzblazer vor.

Auch der jüngere Teil der Gesellschaft war beim Feiern anwesend. Zu überwiegend türkischen Klängen führten Kinder gekonnt Bauchtänze vor. Die Gruppe unter der Leitung von Sibylle Hepperle baute bunte Tücher in einen Tanz ein.

Deftige Konversation über Männer und Szenen familiärer Probleme boten Sketche von "Klara und Mina". Auf die mit der Zeit nachlassende Liebe zielte ein Vergleich mit dem einstigen Liebesschwur: "Ich werde dir die Sterne vom Himmel holen heut' holt er nicht einmal mehr den Most vom Keller". Die beiden Darstellerinnen Lilly Bezler und Agnes Siegel ernteten viel Applaus, besonders dann, als ein schwäbischer Ehemann nicht mehr den Unterschied von erotischer Nachtwäsche zur Nacktheit erkannte: "Dees floischfarbene Nachthemd könnscht au mal bügla".

Dass Singen noch nicht ganz aus der Mode gekommen ist, belegte der Singkreis des Seniorenforums. Sieben Frauen und zwei Männer sangen das "Spätzleslied", wobei die Männer dazu Gitarre spielten und der weibliche Teil des Chors die Herstellungskunst der schwäbischen Nationalspeise praktisch demonstrierte.

Bezogen auf die schwungvolle Blasmusik und das abwechslungsreiche Programm resümierte Erika Jahke zum Schluss des gelungenen Nachmittags: "Mit viel Schwung geht er zu Ende". Ihr Dank galt allen Mitwirkenden, den Landfrauen sowie den Helferinnen und Helfern bei der Seniorenarbeit. Eine begleitende Ausstellung in der Bertholdstube informierte umfassend über die 25-jährige Geschichte der Weilheimer Seniorenarbeit und das aktuelle Programmangebot.