Lokales

Jugendkirche im Fitnesscenter

Eine Rakete gab den Startschuss für die Jugendkirche Kirchheim. Rund 100 Jugendliche nahmen an der Eröffnungsfeier teil, bei der das Leitungsteam durch Bezirksjugendpfarrer Karlheinz Graf in sein Amt eingesetzt wurde.

SUSANNE HÖHN

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KIRCHHEIM Mit Musik, Gebeten, Ansprachen und Grußworten startete nach einem Jahr Vorbereitung die Jugendkirche Kirchheim (Juki) im TC Trainingscenter. Unter den Gästen waren auch Vertreter der umliegenden Gemeinden sowie Dekan Hartmut Ellinger. Als Älterer richtete er das Wort an die Jugend: "Ich grüße sozusagen von der älteren Verwandtschaft und den Krawatten-trägern." Er hoffe, dass die Jugendkirche sich nicht gegen die Alten wende, sondern dass es möglich sei, sich gegenseitig zu unterstützen.

Das neue Angebot richtet sich an junge Menschen aus dem ganzen Kirchenbezirk, die Gemeinschaft und Orientierung im Glauben suchen und neue Gottesdienstformen ausprobieren möchten. Aber auch an alle, die sich zum Beispiel nach der Konfirmandenzeit von der Kirche entfernt haben. Auch für die Ortsgemeinden, in denen es gar keine Jugendarbeit mehr gibt, soll die Juki Anlaufstelle sein.

"Gemeinde ist mehr als der Gottesdienst am Sonntagmorgen", sagt Markus Eichler, Jugendreferent aus Dettingen, und ergänzt, "wir machen die Jugendkirche für euch, aber wir wollen sie auch miteinander gestalten." Neben Gottesdiensten, Glaubenskursen und Konzerten sei auch an eine Vernetzung mit den 20 Hauskreisen, die es vor Ort gibt, gedacht. "Wir haben bewusst einen neutralen Ort gewählt", sagt Eichlers Kollegin Stephanie Schwarz, Jugendreferentin des evangelischen Kirchenbezirks Kirchheim. Ab sofort werden in dem Fitnesscenter in der Stuttgarter Straße jeden ersten und dritten Sonntag im Monat die Gottesdienste der Jugendkirche stattfinden.

Die Juki ist Teil eines dreijährigen Modellprojekts der evangelischen Kirche in Württemberg. Projektleiterin ist Jugendreferentin Anne Winter. Neben Kirchheim bestehen weitere Jugendkirchen in Stuttgart, Leonberg und Bopfingen. Seit kurzem firmiert die Juki unter einem neuen Namen: Domino. Ausgewählt wurde er wegen der doppelten Bedeutung. Wie beim Domino-Spiel benötige man für das Projekt ganz viele Steine, die zusammenpassen, so Stephanie Schwarz. Als klare Wegbeschreibung definiert Anne Winter den Begriff: Im Lateinischen heißt Domino "dem Herrn" oder auch "mit dem Herrn". "Ihr sollt mit dem Herrn unterwegs sein", gibt sie den Teilnehmern mit auf den Weg und ermutigt sie zum gelebten Christsein: "In unserer Zeit braucht es Menschen, die ehrlich und verlässlich sind, die vergeben können, die Hoffnung haben und die gegen den Strom schwimmen."

Die Einsetzung des Leitungsteams, das im Auftrag des Evangelischen Jugendwerks Kirchheim für Domino verantwortlich ist, übernahm Karlheinz Graf. "Für viele wird diese Jugendkirche eine Zumutung sein. Andererseits werden eure geistlichen Impulse in der Gemeinde gebraucht." Im Laufe des Abends stimmte die Band "The Internal Soul Federation" die Jugendlichen mit rockigen Rhythmen auf dem Lobpreis ein. Zwar war so mancher Besucher nur wegen der Band gekommen, doch die Botschaft der fünf Musiker ist eindeutig: "Wir wollen mit unseren Liedern in die Gegenwart Gottes kommen." Daniel Ostertag vom Lei-tungsteam zeigte sich zufrieden: "Wir freuen uns, dass so viele gekommen sind." Dass die Veranstaltung recht offiziell war, räumt der 23-Jährige ein: "Etwas lockerer kann das schon noch werden."