Lokales

Jugendliche sichern Spuren

Die Klasse 8a der Weilheimer Grund- und Hauptschule besuchte den Polizeiposten Weilheim. Polizeihauptkommissar Wolfgang Rehm und Rainer Boesen, Polizeihauptmeister und Jugendsachbearbeiter, begleiteten die Schüler bei der Erkundungstour durch den Polizeiposten.

WEILHEIM In der Polizeistation Weilheim gibt es insgesamt vier Beamte und ein Dienstfahrzeug. An

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(O:21070320.JP_diesem Tag erhielten die Polizisten Verstärkung von der Klasse 8a der Hauptschule Weilheim. Die Polizeistation war früher eine Arztpraxis, deshalb ist die Atmosphäre in den Räumen fast gemütlich. Die vier Beamten der Polizeiwache Weilheim sind auch für Holzmaden, Neidlingen und Ohmden zuständig. Mit dem Kirchheimer Polizeirevier besteht eine enge Zusammenarbeit. Wolfgang Rehm und Rainer Boesen mussten im Dienst noch nie Gebrauch von ihrer Handfeuerwaffe machen.

Straftaten wie Einbrüche, Fahrraddiebstähle und Internetbetrügereien kommen am häufigsten vor. Jährlich fallen im Weilheimer Bezirk etwa 50 bis 100 Einbrüche und 1 500 Anzeigen an. Interessant ist, dass bei jugendlichen Straftätern die Beteiligung von Jungen bei 80 Prozent liegt, während Mädchen entsprechend weniger häufig in Erscheinung treten. Eine wichtige Hilfe bei der Arbeit ist der Computer. Gespeicherte Daten von Verdächtigen können jederzeit abgerufen werden. Viele Täter werden über DNA-Analysen erfasst. Am Polizeicomputer bekamen die Jugendlichen die Gelegenheit, unter ihrem eigenen Namen nachzusehen, ob sie schon eine Straftat begangen haben. Glücklicherweise war bei allen Fehlanzeige.

Rainer Boesen zeigte der Klasse wie es aussieht, wenn ein Fenster aufgebrochen wurde. Anschließend durfte die 8a Spuren von Menschen und Tatwerkzeugen sichern. Polizeihauptmeister Boesen erklärte den aufmerksam lauschenden Schülern, dass nicht nur Menschen, sondern auch Tatwerkzeuge Spuren hinterlassen können. "Man sieht es mit geübtem Blick sofort, ob ein Fenster von innen oder von außen aufgebrochen wurde." Der Jugendsachbearbeiter hatte ein altes Fenster präpariert, das mit verschiedenen Schraubenziehern aufgebrochen worden war.

Bei der Spurensicherung wird Kohlenstaub mit einem Pinsel auf die Fensterscheibe aufgetragen. Dadurch werden die Fingerabdrücke sichtbar und können mit einem Klebestreifen abgezogen und auf Papier aufgeklebt werden. Bei Spuren am Rahmen benötigt man eine Art Silikonpaste. Nach der Aushärtung sieht man deutlich die hinterlassenen Spuren der Einbruchswerkzeuge.

Anfängliche Ängste vor der Polizei konnten durch die fast heimelige Atmosphäre des Polizeipostens und die lockere Art der Beamten bei den Jugendlichen schnell abgebaut werden. Wolfgang Rehm und Rainer Boesen beantworteten geduldig die Fragen der wissbegierigen Achtklässler. So erfuhren die Jugendlichen unter anderem, dass zur dreijährigen Ausbildung bei der Polizei ein mittlerer Bildungsabschluss nötig ist. Die gesammelten Informationen sind für die Berufsfindung der Jugendlichen sehr hilfreich. Einige könnten sich sogar vorstellen, ihre schulischen Leistungen so zu verbessern, dass ihnen die Karriere bei der Polizei offen steht.

Klasse 8a

Grund- und Hauptschule Weilheim