Lokales

Junge Sanitäter helfen bei Notfällen auf dem Pausenhof

Nach fast einjähriger Vorbereitungszeit startete der Schulsanitätsdienst der Malteser an der Realschule Lenningen mit einer Übung. Dabei galt es für die Schulsanitäter zwei Verletzte bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu versorgen. Zahlreiche Zuschauer verfolgten das Spektakel.

LENNINGEN Vergangene Woche begann der Dienstbetrieb mit dem eigens bereitgestellten Material in den großen Pausen an der Karl-Erhard-Scheufelen-Realschule in Lenningen. Möglich wurde der Schulsanitätsdienst durch die Mittelstufenreform der Realschulen, wonach die Schülerinnen und Schüler der Klasse sieben im Rahmen des "Sozialen Engagements" zwanzig Stunden soziale Projektarbeit leisten müssen.

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Der Schüler Tobias Müller aus Unterlenningen hatte die Idee, einen Erste-Hilfe-Kurs an der Schule zu organisieren und Schülern seiner Jahrgangsstufe diese Ausbildung zu ermöglichen. Gleichermaßen entstand die Idee, nach dieser Ausbildung einen Schulsanitätsdienst ins Leben zu rufen und den Erste-Hilfe-Kurs auch für weitere Klassenstufen zu öffnen. Die Malteser erklärten sich spontan dazu bereit, den Schülern einen kostenlosen Erste-Hilfe-Kurs zu ermöglichen. Gleichzeitig hierzu wurden bereits konkrete Sondierungsgespräche zwischen der Schulleitung und den Maltesern über die prinzipielle Machbarkeit eines Schulsanitätsdienstes und dessen Ausgestaltung geführt.

Ende April des letzten Jahres wurden dann 17 Schülerinnen und Schüler der Lenninger Realschule in Erster Hilfe ausgebildet, außerdem wurde dieses Angebot auch vom Lehrerkollegium wahrgenommen, das sich einer Fortbildung in Erster Hilfe und schultypischen Unfallsituationen unterzog.

Zu Beginn dieses Schuljahres waren sich alle Beteiligten einig, dass ein Schulsanitätsdienst etabliert werden solle. Seither liefen die Vorplanungen auf Hochtouren. Insgesamt elf Siebt- bis Neuntklässler fanden sich zum ersten Unterrichtstag der "AG Schulsanitätsdienst" ein. Von Anfang an arbeitete die Gruppe gemeinsam auf die erste Übung hin. Anlässlich eines Eltern-Schüler-Informationsnachmittags sollten die Schulsanitäter bei einer gemeinsamen Übung mit dem Rettungsdienst und der örtlichen Polizei ihr Können unter Beweis stellen.

Ausgangszenario an dem großen Tag war ein Fahrradunfall zweier Schüler: Ein Verletzter war bewusstlos, der andere hatte einen Schock erlitten. Die AG Schulsanitätsdienst sollte nun die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Viele Zuschauer folgten interessiert dem Übungsverlauf. Kurz nach der Alarmierung der Schulsanitäter kamen diese am Unglücksort auf dem Schulhof an. Mit sicheren Handgriffen stellten sie die Vitalfunktionen fest, stellten eine stabile Seitenlage beim Bewusstlosen her und versorgten parallel dazu den Schockpatienten durch Lagerung und Versorgung einer stark blutenden Wunde, in der noch ein Fremdkörper steckte.

Der Notruf wurde frühzeitig abgesetzt, sodass nur wenige Minuten später zwei Rettungswagen und ein Notarzt des Malteser Rettungsdienstes sowie die Polizei an der Unfallstelle eintrafen und die Verletzten zusammen mit den Schulsanitätern weiter versorgten. Im Anschluss an diese Übung übergab Michael Beier von der Malteser-Jugend der Diözese Rottenburg-Stuttgart den Schulsanitätern eine Sanitätstasche sowie Warnwesten mit dem Aufdruck "Schulsanitätsdienst".

Aktiv am Schulsanitätsdienst beteiligen sich Benjamin Butz, Manuel Stokinger, Marco Staigle, Tobias Müller, Denis Schmalacker, Lisa Hörz, Lisa Kälberer, Kevin Walter, Jochen Kälberer, Tobias Weber und Melanie Müller. Sie sollen zunächst einmal in den großen Pausen als Ansprechpartner für Mitschüler da sein, die sich verletzt haben oder erkrankt sind. Weithin sichtbar sind sie für alle erkennbar an ihren gelben Warnwesten mit Rückenaufschrift "Schulsanitätsdienst".

Auch für Sportveranstaltungen und Wandertage oder andere Schulveranstaltungen kann auf die Schulsanitäter zurückgegriffen werden. Die Erste-Hilfe-Ausbildung stellt dabei den Grundstein dar, auf dem künftig in der Projektarbeit als Schulveranstaltung, in Form einer Arbeitsgemeinschaft, aufgebaut werden soll. Für die nachfolgenden Jahrgänge werden die älteren Schülerinnen und Schüler begleitend für die Siebtklässler da sein, die dann in Zukunft über den Erste-Hilfe-Kurs im Rahmen des sozialen Engagements zum Schulsanitätsdienst kommen und dort mitarbeiten werden.

Schulen und Schülersprecher, die an einem Schulsanitätsdienst interessiert sind, können sich bei den Maltesern unter www.malteser-nuertingen.de über Angebote und Möglichkeiten zum Schulsanitätsdienst informieren.

tm