Lokales

Kahlhieb soll vermieden werden

Die Reduzierung der Bundesmittel für den Schienenverkehr im Land kommt vor Ort weit härter an als selbst Pessimisten befürchtet hatten. Dies verdeutlichen die Freien Wähler in einer Pressemitteilung.

KREIS ESSLINGEN Das Land Baden-Württemberg als Aufgabenträger wälzt die Kürzung fast vollständig auf die Fahrgäste ab. Besonders betroffen ist die Strecke Tübingen-Reutlingen-Nürtingen-Plochingen-Stuttgart. Zwölf Verbindungen sollen wegfallen, selbst der Berufsverkehr bleibt nicht verschont.

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"Das Land wird seiner Verantwortung für den Schienenverkehr nicht gerecht, wenn es die Mittelkürzung des Bundes vollständig auf die Fahrgäste abwälzt. Zudem ist eine eklatante Ungleichbehandlung der verschiedenen Strecken festzustellen", kritisiert der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler im Esslinger Kreistag, Alfred Bachofer, die Pläne der Landesregierung.

Die wirtschaftsstärkste Region des Landes ist angesichts völlig überlasteter Straßen besonders auf einen leistungsfähigen ÖPNV angewiesen. Einen erheblichen Beitrag leistet dazu das von den Kommunen finanzierte S-Bahn-Netz in der Region. Zu dessen Kosten tragen auch die Städte und Gemeinden bei, die nicht an dieses Netz angeschlossen sind. Sie drohen jetzt zu den Verlierern der ÖPNV-Kürzungspläne zu werden.

Der Landkreis Esslingen wäre bei Realisierung der Kürzungspläne mit der Strecke Tübingen-Stuttgart besonders hart betroffen. Bei einer Streichung von 216 000 Zugkilometern müssten rund zwölf Verbindungen entfallen, selbst in den Spitzenzeiten des Berufsverkehrs.

Die Freien Wähler im Landkreis Esslingen und in der Region fordern das Land auf, mit dem Einsatz eigener Mittel einen unverantwortlichen Kahlhieb auf der Schiene zu vermeiden. Die Finanzlage des Bundes und der Länder hat sich spürbar entspannt, nicht zuletzt weil die Stuttgarter Landesregierung die Kommunen zur Sanierung des Landeshaushalts weiterhin zur Kasse bittet.

"Feinstaubdiskussionen, Bekenntnisse der Politik zur Wirtschaftsregion Stuttgart und der gleichzeitige Rückzug aus einer zeitgemäßen Schienenerschließung passen nicht zusammen", appelliert Alfred Ba-chofer an Regierung und Bahn AG, die Streichungspläne zumindest abzumildern.

pm