Lokales

Kampf gegen unberechenbare Flammen im Container

KREIS ESSLINGEN Eine Gasleitung brennt. Metallrohre leiten die glühende Hitze in den engen Raum, der immer heißer wird. Plötzlich greifen die Flammen auf die ganze Kammer über im Fachjargon nennt man das einen "Flashover". Wenn leicht entzündliches Material im Raum ist, passiert das leicht. Nun geht es um Sekunden. Feuerwehrleute, die schweres Atemschutzgerät tragen, löschen den Brand blitzschnell. Auf dem Gelände der Flughafenfeuerwehr proben Feuerwehrleute aus dem Kreis Esslingen derzeit den Ernstfall im Brandschutzcontainer. Auf engstem Raum müssen sie Feuer löschen oder Personen befreien. Zehn Tage steht der gemietete Container den Wehren zur Verfügung. 3 500 Männer und Frauen, die bei den Freiwilligen Feuerwehren und Werksfeuerwehren im Landkreis Esslingen tätig sind, sind zum Training eingeladen.

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Schweißgebadet zieht Markus Mauz seine Feuerschutzkleidung aus. Er ist erleichtert, das Atemschutzgerät ablegen zu können. 23 bis 25 Kilogramm schleppen die Feuerwehrleute bei einem Brand, der solche Ausrüstung erforderlich macht. "Ich hatte viele Einsätze, aber das Übergreifen eines Feuers habe ich noch nicht erlebt", sagt Mauz, der hauptberuflich als Zimmermann arbeitet: "Mein Chef hat Verständnis, wenn ich mitten in der Nacht zum Einsatz gerufen werde." Am Morgen danach sei man gerädert. Mauz ist froh, dass er sich im Container auf Extremsituationen vorbereiten kann: "Wenn man da drinnen ist, erlebt man nur noch Stress."

Ganz wichtig findet es Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich, seine ehrenamtlichen Feuerwehrleute zu schulen und fit zu machen für Einsätze, die extrem gefährlich werden können: "Wir wollen keinen einzigen unserer Leute bei einem Einsatz verlieren." Er stellt klar, dass es bei Bränden auch um Leben und Tod gehen kann. Gerade dann, wenn es darum gehe, Menschen aus den Flammen zu retten. Insgesamt gehe die Zahl der Brände leicht zurück, beobachtet Bernhard Dittrich: "Das liegt an unserer gezielten Aufklärungsarbeit und an der Bauweise, die verstärkt auf nicht brennbare Materialien setzt."

Besonders freut sich Frank Buss, Kohlbergs Bürgermeister und Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, über das zunehmende Interesse von Frauen an der Feuerwehrarbeit. Jugendwehren tragen viel dazu bei, das Interesse der Mädchen an der Technik zu wecken. 71 Frauen sind bei den Feuerwehren im Kreis Esslingen aktiv.

ez