Lokales

Kartenspiel oder Spätzle schaben alles ist gefragt

Der Dettinger Verein "Forum Altern" wurde am 12. November 2004 nach nur wenigen Monaten Vorlaufzeit gegründet. 76 Gründungsmitglieder hoben den Verein damals aus der Taufe, inzwischen gehören bereits 240 Personen dem Verein an. Seine Vereinsräume hat der Verein jetzt in Dettingen in der Kirchheimer Straße 102.

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RUDOLF STÄBLERDer Bevölkerungsanteil der Senioren wird sich bis ins Jahr 2040 voraussichtlich von 22 auf 40 Prozent der Gesamtbevölkerung erhöhen. Diese Tatsache löst Ängste aus, vor der großen finanziellen und personellen Belastung der jüngeren Generation durch die Pflege und erhöhte Hilfsbedürftigkeit der Senioren. Der Großteil der Senioren kann das Leben selbstständig beziehungsweise mit geringer Unterstützung gestalten, aber vielen Senioren fällt es schwer, das tägliche Leben zu bewältigen, zumal, wenn keine Familienmitglieder in der Nähe wohnen. Und genau hier setzt das Konzept von "Forum Altern" an. Der Verein stellt Hilfsangebote dar und deckt inzwischen in Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Angeboten in der Seniorenarbeit Versorgungslücken ab.

Durch finanzielle Probleme war es dem Evangelischen Kirchenbezirk 2004 nicht mehr möglich, den örtlichen Diakon zu beschäftigen. Das Arbeitsverhältnis musste auf 31. Juli beendet werden. Dieser war insbesondere mit der Seniorenarbeit sowie der Alten- und Krankenhausseelsorge betraut. Noch im Juni schlossen sich Dettinger Bürgerinnen und Bürger zusammen, um für den Erhalt der diakonischen und seelsorgerlichen Arbeit einzutreten. Es wurden mehr als 400 Unterschriften gesammelt. Die Kirchengemeinde wollte dem Wunsch dieser Personen zwar gerne nachkommen, sah aber aus finanziellen Gründen keine Möglichkeit zu einer Anstellung, sondern lediglich zu einer Unterstützung eines Fördervereins. In einer gemeinsamen Sitzung mit Kirche, Bürgermeister und Bürgern wurde das Thema diskutiert. Dabei bildete sich spontan eine Arbeitsgruppe von 13 Engagierten mit dem Ziel, ein organisatorisches und finanzielles Konzept für einen Trägerverein zu erarbeiten. Die Idee von "Forum Altern" war geboren. Und seit dem 1. Januar 2005 ist der Diakon Jochen Stahl angestellt. Er ist besonders mit den Aufgaben der Altenseelsorge betraut. Ermöglicht wurde dies durch die vielen Mitgliedsbeiträge sowie den monatlichen Zuschuss der Evangelischen Kirchengemeinde Dettingen. Die hohe Spendenbereitschaft ermöglichte auch die Anmietung eigener Räumlichkeiten. Seit Juni 2005 befindet sich "Forum Altern" in zentraler Lage im Ort. Dank dieser Begegnungsstätte ist es nun möglich, dass auch das langfristige Ziel des Vereins verfolgt werden kann: Betreuungstage für Senioren werden in Zusammenarbeit mit Fachkräften eingerichtet, um Familienangehörige bei der Pflege zu entlasten.

Und die 2. Vorsitzende des Vereins Ursula Raichle schwärmt und erzählt von dem bisher Erlebten. So hat der Dienstagstreff von 9.30 bis 11 Uhr große Beliebtheit und das vor allem mit der Möglichkeit zum anschließenden gemeinsamen Mittagessen. 19 Personen waren so jüngst zum "Gaisburger Marsch" erschienen und eine 84-Jährige schabt die Spätzle noch vom Brett. Zu richtigen Rennern haben sich auch die Spielnachmittage entwickelt. Da wird an einigen Tischen Karten gespielt und richtig heiß geht es beim "Mensch ärgere dich nicht" her.

Viel Freude unter den Senioren natürlich auch bei den verschiedenen Ausflügen. Mit Pkws werden auch die Gehbehinderten befördert und da ist der 1. Vorsitzende Rudi Dölfel froh, dass er immer auf einen Helferstab von 12 bis 15 Personen zurückgreifen kann. Angefangen hat das mit Weihnachtsmärkten und auch das Blühende Barock in Ludwigsburg ist als Ziel ins Auge gefasst. Mit den Angeboten und dem Ziel der Betreuung hat "Forum Altern" ein weiteres Fundament für die Dettinger Seniorenarbeit gelegt.