Lokales

Kein Abschlag in Hochdorf

Ein Umzug der Göppinger Golfer nach Hochdorf ist für die Gemeinde vom Tisch. Die Bürgervertreter haben sich geschlossen dem Protest der Bevölkerung gebeugt und verfolgen das Projekt nicht weiter. Jutta Mack, Geschäftsführerin der Göppinger Golfpark GmbH, bleibt dennoch optimistisch.

SUSANN SCHÖNFELDER

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HOCHDORF "Das Thema Golfplatz ist gestorben. Das Projekt ist in Hochdorf nicht durchsetzbar." Die Erklärung von Josef Geiger, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde, verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Hochdorf. Was sich seit Wochen andeutete, ist nach der Gemeinderatssitzung Gewissheit: Die Göppinger Golfpark GmbH wird im Kreis Esslingen keine neue Bleibe finden. Auch wenn Geschäftsführerin Jutta Mack dies anders sah: "Ich bin optimistisch, dass es irgendwann doch noch eine Chance geben wird", sagte sie. Sie habe mehrere Angebote von Landwirten, die Grundstücke verkaufen wollten. "Ein Genehmigungsverfahren bringt eben Aufs und Abs mit sich", meinte sie auf die Frage, ob sie enttäuscht sei von der neuesten Entwicklung. "Wir werden die Stellungnahme vom Regierungspräsidium abwarten", betonte Jutta Mack. Bis jetzt sei nur ein Zwischenbericht eingetroffen, "wonach wir noch Unterlagen nachreichen müssen. Das werden wir tun." Die Behörde hatte vor wenigen Tagen "erhebliche Bedenken" gegen die 18-Loch-Anlage geäußert.

"Dieser Bescheid war jedoch nicht maßgeblich für die Ablehnung im Gemeinderat", erklärte der stellvertretende Rathauschef in Hochdorf. Die Fraktionen hätten im Juni zwar mehrheitlich für das Vorprüfungsverfahren gestimmt. "Das entscheidende Kriterium war aber, dass die maßgeblichen Bürger und die Vollerwerbslandwirte die Sache mittragen", erklärt Josef Geiger und fügt hinzu: "Diese Voraussetzung war nicht gegeben." Ein Drittel der betroffenen Grundstücksbesitzer hätte weder verpachtet noch verkauft, erklärt Rebekka Baumann von der Bürgerinitiative gegen den geplanten Golfpark .

Roland Erhardt, Bürgermeister in Hochdorf, ist erkrankt. "Wir erwarten ihn erst nächste Woche zurück", hieß es im Hochdorfer Rathaus. Sein Stellvertreter hatte deshalb auch die Gemeinderatssitzung geleitet. Josef Geiger, der für die Freien Unabhängigen Wähler in dem Gremium sitzt, kann mit der Entscheidung leben: "Es hätte die Gemeinde weiterbringen können, aber es gibt wichtigere Dinge in Hochdorf." Jubel herrschte bei den Gegnern des Projekts: "Wir sind alle gottfroh, das die Landschaft so bleibt, wie sie ist", meinte Erich Roos.

Die Geschäftsführerin der Göppinger Golfpark GmbH will nun abwarten. Jutta Mack glaubt, dass das Thema in Hochdorf lediglich "zurückgestellt" ist. Die Fraktionen im Göppinger Gemeinderat wollen zumindest versuchen, der GmbH eine längerfristige Perspektive zu bieten. Der künftige Oberbürgermeister der Stadt, Guido Till, hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, die Planung für den Stauferpark kritisch zu durchleuchten.