Lokales

"Kein Kapazitätsengpass"

Weder mit den bei der Pressekonferenz des Luftfahrtverbands (BWLV) gemachten Aussagen noch mit denen der Hahnweide-Fliegergruppen, gibt sich die Interessengemeinschaft Fluglärm Hahnweide zufrieden.

KIRCHHEIM Nicht nachvollziehbar ist für die Interessengemeinschaft die Darstellung des Flugplatzbetreibers, ein Sonderlandeplatz sei notwendig, um den Kosten- und Zeitaufwand zu minimieren, der alle zwei Jahre zur Verlängerung der Außenlandegenehmigungen betrieben werden muss. Die Interessengemeinschaft widerspricht der Aussage des Platzbetreibers, dass der Platz mit 18 000 Flugbewegungen seine Kapazitätsgrenze erreicht hat. Beim Oldtimertreffen würden 2 000 Flugbewegungen plus jede Menge Überflüge an einem einzigen Wochenende durchgeführt. "Dies sind weit mehr als 600 Flugbewegungen pro Tag, die von den Verantwortlichen sicher und problemlos abgewickelt wurden". Die Interessengemeinschaft kann aufgrund dieser Zahlen keinen Kapazitätsengpass auf der Hahnweide erkennen.

Anzeige

Für den leichten Rückgang der Motorflugbewegungen auf der Hahnweide in den Jahren 2004 und 2005, macht die Initiativgruppe weniger eine sinkende Nachfrage nach Motorflügen verantwortlich, als vielmehr die Tatsache, dass die Landebahn 31/13 im Jahr 2004 aufwendig saniert wurde und über einen sehr langen Zeitraum gar nicht, beziehungsweise nur eingeschränkt genutzt werden konnte.

Für die Interessengemeinschaft stellt sich die Frage, ob der Flugplatzbetreiber nicht ganz andere Gründe für die Aufwertung zum Sonderlandeplatz hat. Möchte er einen Bestandsschutz für den Motorflug, um weitere Investitionen abzusichern und seinen Betrieb auszuweiten? Dies sei bei der derzeitigen Genehmigung nach Paragraf 25 LuftVG (als Segelfluggelände) nicht möglich. Erst mit dem nun vorliegenden Antrag zur Genehmigung eines Sonderlandeplatzes nach Paragraf 6 LuftVG werde uneingeschränkter Motorflug bis zu einem maximalen Abfluggewicht von zwei Tonnen auf der Hahnweide zulässig, falls in den Genehmigungsunterlagen des Regierungspräsidiums nicht anders geregelt.

Die Interessengemeinschaft gibt zu bedenken, dass der Baden-Württembergische Luftfahrtverband historisch gesehen eher Garant für die Zunahme des Motorflugbetriebs sei, als für das Nullwachstum. Er sei in der Vergangenheit erfolgreich gewesen, als es darum ging, zusätzliche Motorflugzeuge auf der Hahnweide zu stationieren und den Motorflugbetrieb auszuweiten. In den 90er-Jahren wurde die Motorflugschule des BWLV von Stuttgart auf die Hahnweide verlegt.

Informationen unter www.fluglaerm-hahnweide.de.

pm