Lokales

Kein richtiges Bett nicht einmal ein Fernseher

LENNINGEN Kalt, unfreundlich und ungemütlich: So sehen die Zellen im Keller der Kirchheimer Polizeiwache in der Dettinger Straße aus. Ein einfaches Gestell mit einer Matratze und ein WC aus Metall muss genügen sonst ist nichts in der Zelle. Wir erfahren aber sofort, dass man hier im Unterschied zu einem richtigen Gefängnis nur ein bis zwei Nächte verbringt.

Anzeige

Einen sehr freundlichen Empfang bereiten uns Polizeiobermeisterin Jasmin Böcherer und Polizeioberkommissar Bernd Menzel in der Polizeiwache Kirchheim. Bereitwillig beantworten die beiden Polizisten unsere Fragen und führen uns durch das Gebäude. Dabei kommen wir auch an einer Vitrine mit beschlagnahmten Waffen vorbei.

Dort sehen wir nicht nur "richtige Waffen", sondern auch alltägliche Gegenstände, die schon als gefährliche Waffen eingesetzt wurden. Viele Funkgeräte, Computer, Telefone, Ordner, Landkarten und blinkende Knöpfe sehen wir ebenfalls in der "Wache". Telefone klingeln, Polizeibeamte kommen und gehen und wir sind mittendrin.

Nach diesen Eindrücken verlassen wir das Gebäude durch die mit einem Code gesicherte Stahltür. Im Hof stehen viele Polizeiautos. Auf den ersten Blick sehen alle Autos gleich aus. Das stimmt aber gar nicht. Jedes Auto hat seine eigene Nummer auf der Motorhaube in riesigen Leuchtzahlen, damit sie vom Polizeihubschrauber aus direkt angefunkt werden können.

Jedes Auto hat auch seinen eigenen Namen. Wir schauen uns das Fahrzeug "D-3 272" an und staunen, was sich im Inneren des Autos alles befindet: Markierungshütchen, Blinklichter, ein großes Warndreieck, Warnwesten und einen Stopp-Stick. Dieser ist am interessantesten, weil man damit flüchtende Autos sicher zum Anhalten bringen kann. In dem Stick sind nämlich hohle Stacheln, die sich in die Reifen bohren, wenn das Auto darüberfährt.

Plötzlich wird es richtig laut. Polizeiobermeisterin Böcherer schaltet zu unserer Freude das Martinshorn an. Wieder im Schulungsraum angekommen, beantworten die beiden Polizisten dann die vorbereiteten Fragen zum Thema Verkehrsunfälle mit Kindern und wie sie möglicherweise vermieden werden können.

Dabei erfahren wir, dass die meisten Unfälle auf dem Schulweg passieren.Vor allem, wenn die Schule aus ist, rennen die Kinder ohne aufzupassen auf die Straße. Diese Schulwegunfälle passieren hauptsächlich in den Städten. Die beteiligten Kinder sind meistens acht Jahre und älter. Jasmin Böcherer freut sich, dass viele von uns Reflektorenstreifen an ihren Jacken und Schuhen haben. So werden Kinder in der Dämmerung besser gesehen.

Neben heller Kleidung und Aufmerksamkeit ist natürlich auch ein verkehrssicheres Fahrrad wichtig. Dazu gehören Katzenaugen, Tretstrahler, Vorder- und Rücklicht, Vorder- und Hinterradbremse, Klingel, Rückstrahler und Fronstrahler. Zu einem Radfahrer, der im Verkehr sicher sein will, gehört unbedingt auch ein Fahrradhelm der gut passen muss. Eine Schülerin sagte dann auch: "Wenn ich meinen Helm nicht finden kann, lasse ich mein Fahrrad stehen und gehe zu Fuß."

3. und 4. Klasse, Grundschule Schopfloch