Lokales

Kein Tempolimit für Lkws in Notzingen

Für die Ortsdurchfahrt Notzingen gibt es keine Geschwindigkeitsbegrenzung. Von diesem Entschluss der Verkehrskommission nahm der Notzinger Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung Kenntnis.

IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN Ein Bürger hatte nach einem Vorfall, der in der Kirchheimer Straße glimpflich verlief, angeregt, für Lkws eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometer pro Stunde anzuordnen. Immer wieder komme es zu gefährlichen Situationen, da hauptsächlich Lastwagen auf den teilweise steilen Straßen recht schnell unterwegs seien.

Die Beteiligten der Verkehrsschau Ende Juli kamen jedoch zu einem anderen Ergebnis. Seit 1996 habe es vier Unfälle mit Lkws gegeben, wobei bei dreien kein anderer Verkehrsteilnehmer beteiligt gewesen sei, sondern beim Rückwärtsfahren oder Wenden Schäden entstanden. "Der letzte Unfall ist dadurch entstanden, dass das Kind mit dem Fahrrad in dem Moment auf die Fahrbahn eingefahren ist, als ein Lkw vorbeifuhr", heißt es dazu in dem Protokoll, weshalb sich die Polizei gegen ein Tempolimit aussprach. Der Vertreter von ADAC/Verkehrswacht gab gar zu bedenken, dass eine Begrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde Überholmanöver von Seiten der Autofahrer provoziere, was wiederum auch zu kritischen Situationen führen könnte. Zudem hätte es bei Geschwindigkeitsmessungen keine Auffälligkeiten gegeben.

Die Ansicht der Verkehrsschau teilt Herbert Hiller nicht. "Wenn wir eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Lkws hätten, würde das sicher den einen oder anderen abschrecken, durch Notzingen zu fahren. Somit hätten wir auch ein geringeres Gefahrenpotenzial", so der Gemeinderat. Für Erhard Reichle würde ein Tempolimit nur dann Sinn machen, wenn alle Verkehrsteilnehmer gleichermaßen betroffen sind. "Jeder Pkw hat dann 60 bis 70 Kilometer auf dem Tacho, wenn er einen Lastwagen überholt", ist er überzeugt. Nach wie vor vermisst Hans-Joachim Heberling einen Kreisverkehr in der Ortsmitte. "Dadurch würden alle ausgebremst aber dies wurde uns ja abgelehnt", bedauert er.

Emiliana Montero Rodriguez würde gerne eine Antrag auf Geschwindigkeitsbegrenzung stellen. "Wir können uns nicht oft genug melden, damit sich vielleicht doch noch irgendwann etwas tut. Die Situation ist nicht befriedigend, denn die Stelle, an der der Unfall mit dem Kind passiert ist, ist eng und absolut nicht fußgängerfreundlich", gab sie zu bedenken. Bürgermeister Flogaus bedauerte, dass es keine Möglichkeit zum Reagieren gibt, nachdem die Ortsdurchfahrt in den 70er-Jahren wegen des von der Gemeinde geforderten Ausbaus zur Landesstraße hochgezont wurde. Diesen Einwurf ließ die Gemeinderätin nicht gelten. "Heute baut man schließlich auch anders als vor 30 Jahren", so ihr Argument.

Rudolf Kiltz regte in diesem Zusammenhang an, dass die Gehwege nicht vollständig mit Mülleimern zugestellt werden und appellierte nicht nur an die Anlieger, sondern auch an die Müllmänner. Eduard Bosch sieht die Baugenehmigungsbehörde mit in der Pflicht. "An Engstellen können Arkaden für die Fußgäner gebaut werden", so sein Vorschlag.

Aufgrund der Sachlage stellte der Gemeinderat jedoch keinen offiziellen Antrag für ein Tempolimit.