Lokales

Keine Abgabe von Alcopops an Jugendliche

Auf großes Interesse stieß jüngst ein Informationsabend über Alcopops und die Aufklärung über die Gefahren des Alkohols für Kinder und Jugendliche in der Aula der Alleenschule.

KIRCHHEIM An diesem Abend sprach der Arbeitskreis Kommunale Kriminalprävention insbesondere Lehrer, Elternvertreter, Vereinsvorstände und Jugendbetreuer an. Sie sollen als Zielgruppe, die eine besondere Verantwortung gegenüber Kindern und Jugendlichen tragen, für dieses Thema sensibilisiert werden.

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Unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker referierten Experten der Polizei, der Drogenberatung, des Deutschen Roten Kreuzes und der AOK Kirchheim.

Neue Gesetze nicht nötigJens Müller vom Polizeirevier Kirchheim berichtete über das Tätigwerden der Polizei und die einschlägigen Jugendschutzbestimmungen. Neue Gesetze würden nicht gebraucht, um Jugendlichen den Zugang zu den Alcopops, die in Supermärkten und Tankstellen ganze Regalwände füllen, zu erschweren. Das Jugendschutzgesetz regelt genau, dass Mischgetränke auf Spirituosenbasis erst an Käufer ab 18 Jahren abgegeben werden dürfen. Andere Mischgetränke, auf Basis von Wein oder Bier, sind ab 16 Jahren frei erhältlich. "Wer abends unterwegs ist und mit Jugendlichen zu tun hat, wird schnell feststellen, es sind nicht nur junge Erwachsene, die diese Alcopops kaufen und konsumieren, es sind überwiegend Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren", erklärte der Jugendsachbearbeiter.

Für die Jugend- und Drogenberatung Kirchheim stellte Christiane Heinze die Handlungsfelder der Sozialen Dienste vor. Sie verwies darauf, dass in erster Linie das Elternhaus Verantwortung trägt. Kinder würden vorrangig aus dem von den Eltern vorgelebten Verhalten lernen. Laut Heinze ist es falsch, Kindern auch in kleinen Dosen Alkohol zugänglich zu machen. Eine besondere Gefahr stellten die Alcopops insofern dar, als dass der Alkoholgeschmack durch viel Zucker und Limonade überdeckt wird.

Dr. Dietmar Seegers, OrtsvereinsVorsitzender des DRK, berichtete über die Erscheinungsformen des Alkoholmissbrauchs, die bei übermäßigem Genuss von Alcopops auch für Mediziner nicht ohne Weiteres zu erkennen sind.

Die "Fahne" fehltAuch nach mehreren Flaschen Alcopops fehle oft die typische Alkoholfahne. Zu den mittelfristigen Folgen gehört die frühzeitige Gewöhnung an harten Alkohol. Dies gilt insbesondere bei der Gruppe der 12- bis 16-jährigen Mädchen, die noch vor wenigen Jahren Alkoholkonsum gänzlich ablehnten.

Anneliese Albrecht, Ernährungsberaterin der AOK, beleuchtete die Zusammensetzung der Modedrinks. Sie hob hervor, dass es nicht nur auf die angegebenen Volumenprozente, meist zwischen fünf und zehn, ankomme, sondern der tatsächliche Anteil Alkohol bedeutsam sei. Im Durchschnitt enthält jede Flasche zwei bis drei Gläser Schnaps. Im Klartext heißt dies, dass beispielsweise bei drei an einem Abend getrunkenen Flaschen Breezer, Smirnoff ice oder Baccardi Cola acht Schnäpse gekippt worden sind.

Bei der anschließenden Geschmacksprobe konnten die Besucher die Schwierigkeit, den Alkohol in Alcopops geschmacklich wahrzunehmen, persönlich feststellen. Der Leiter des Polizeireviers, Thomas Pitzinger, wies auf die zur Mitnahme ausliegenden Informationsbroschüren hin, die bei Bedarf jederzeit beim Polizeirevier erhältlich sind.

Weitere AktivitätenDer Leiter des Ordnungsamtes, Johannes Ehni, bedankte sich bei den Besuchern und Referenten und kündigte weitere Aktivitäten des AKK an. Die bisherigen Infostände zu diesem Thema finden bei den Goldenen Oktobertagen ihre Fortsetzung.

pm