Lokales

Keine „Ad-hoc-Entscheidung“

Ötlinger Ortschaftsrat will Schulentwicklungsplanung neu beleuchten

Der Ötlinger Ortschaftsrat hat sich mit der Thematik der Schulentwicklungsplanung und deren Auswirkungen für die Eduard-Mörike-Schule (EMS) befasst. Einstimmig erfolgte der Antrag, in der kommenden Gemeinderatssitzung am Mittwoch noch keine Entscheidung zu fällen. Zu viele offene Fragen müssten noch geklärt und diskutiert werden.

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Kirchheim. In einer Pressemitteilung verweist die Fraktion Ötlinger Bürgerinitiative (ÖBI) im Ortschaftsrat auf aktuelle Informationen, wonach Außenklassen nur in Ausnahmefällen genehmigt würden. „Dies bedeutet nach unserer Einschätzung das fast sofortige Ende des Ötlinger Standortes“, fürchten die Ötlinger um ihre Schule.

Eine ordnungsgemäße Anhörung sei im örtlichen Ortschaftsrat nicht gegeben gewesen, da die neuen Informationen nicht Gegenstand der Beratungen waren. „Wir sind der Meinung, dass eine erneute Schulentwicklungskonferenz stattfinden muss, auf der mit Lehrern, Schulleitung, Elternbeiräten und Eltern ein neues Modell für die Werkrealschulen in Kirchheim diskutiert werden muss“, heißt es im Schreiben der ÖBI weiter, das unter anderem an die Oberbürgermeisterin und die Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat gesandt wurde.

Etliche Fragen seien in der Ortschaftsratssitzung aufgeworfen worden und konnten nicht zufriedenstellend beraten werden. Dazu gehört beispielsweise die Untersuchung der Schülerbewegungen unter Berücksichtigung der Buskapazitäten, aber auch ein Standortvergleich, wie spätere neue Schulformen kostensparend in den jeweiligen Standort integriert werden könnten.

„Die bisherigen Gespräche haben uns verdeutlicht, dass die Standortfaktoren, die für die EMS sprechen, nicht ausreichend gewürdigt worden sind“, lautet ein Argument. Die ÖBI listet eine Reihe solcher Standortfaktoren auf. Dazu zählt beispielsweise die Existenz von Sporthallen, Sportanlagen und Bolzplatz in geringer Distanz. Auch garantiere das Lernen im Grünen einen stressfreieren Schulalltag. Der ÖPNV-Anschluss sei gut, ebenso das Radverkehrsnetz. Zudem solle ein Stadtbereich mit 8 000 Einwohnern, also Ötlingen und Lindorf zusammen, nicht ohne weiterführende Schule sein. „Was funktioniert, soll man nicht zerschlagen, das muss auch für die EMS gelten“, zieht die ÖBI Bilanz.

Nachdem die Informationen des Ministeriums nun eine neue Faktenlage ergeben hätten, werde eine qualifizierte Entscheidung in der kommenden Woche nicht für machbar gehalten. „Wir gehen davon aus, dass der Gemeinderat unserer Argumentation folgt und keine Ad-hoc-Entscheidung am kommenden Mittwoch trifft“, schließt Gerd Rietheimer, Fraktionsvorsitzender der ÖBI im Ötlinger Ortschaftsrat. ist