Lokales

Keine Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen mit den Landkreisen Göppingen und Esslingen ist im April nahezu unverändert zum März geblieben: 23 852 Frauen und Männer waren im vergangenen Monat ohne Arbeit; das sind 78 weniger (minus 0,3 Prozent) als im März. Diese schwache Bewegung konnte sich nicht auf die Arbeitslosenquote auswirken, die damit bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen wie im Vormonat bei 6,0 Prozent liegt.

GÖPPINGEN Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind es jetzt 1 468 arbeitslose Menschen weniger. Im April 2005 lag die Arbeitslosenquote dagegen bei 6,3 Prozent. Bedingt durch die lang andauernde kalte Witterung und den verhältnismäßig späten Frühjahrsbeginn lässt die erwartete saisonale Belebung im Bezirk der Göppinger Agentur noch auf sich warten.

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Ebenso wirkt sich die Belebung der Binnenkonjunktur, die für Impulse in mehreren Bereichen der baden-württembergischen Wirtschaft sorgt, noch nicht spürbar auf den Arbeitsmarkt in der Region aus. 11 871, knapp die Hälfte der gemeldeten arbeitslosen Menschen gehören zum Rechtskreis Sozialgesetzbuch II (SGB II); mit einem leichten Plus zum Vormonat sind 4 127 Menschen bei den Job-Centern des Landkreises Göppingen registriert (im März waren es noch 3 981). Bei den Job-Centern des Landkreises Esslingen werden, ebenfalls mit einer Zunahme, 7 744 Menschen gezählt (im Vormonat waren es noch 7 580).

Die Arbeitslosenquote, berechnet auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen, des Landkreises Göppingen verringert sich im Vergleich zum Vormonat auf 6,6 Prozent mit der Hauptagentur in Göppingen bei 6,4 und der Geschäftsstelle in Geislingen bei 7,3. Die Quote bei den Geschäftsstellen des Landkreises Esslingen (Esslingen: 6,1 Prozent; Kirchheim: 5,6 Prozent; Leinfelden-Echterdingen: 4,5 Prozent und Nürtingen: 5,8 Prozent) liegt im dritten Monat in Folge unverändert bei 5,7 Prozent.

Mit 102 offenen Stellen weniger (minus 6,0 Prozent gegenüber dem Vormonat) setzte sich der Rückgang der bei der Agentur für Arbeit Göppingen gemeldeten Stellen, der auch schon im März registriert werden musste, fort. Von den Betrieben und Verwaltungen in den beiden Landkreisen wurden im April 1 585 Stellen gemeldet. Im März waren es 1 687 zu besetzende Arbeitsplätze.

An ungeförderten Stellen also freie Arbeitsplätze ohne Einbeziehung geförderter Stellen wie Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM), von Personal-Service-Agenturen (PSA) angebotene Arbeitsplätze oder Arbeitsgelegenheiten nach dem Sozialgesetzbuch II stehen dem Arbeitsmarkt im gesamten Agenturbezirk 3 501 gemeldete Arbeitsplatzangebote zur Verfügung. Hinzu kommen weitere 257 geförderte Stellenangebote, darunter 230 so genannte Arbeitsgelegenheiten (1-Euro-Jobs).

Der Meldung offener Stellen durch die Betriebe kommt für die Vermittlungstätigkeit der Agentur und der Job-Center eine enorme Bedeutung zu. In jeder der sechs Geschäftsstellen arbeitet gemeinsam ein Team von arbeitgeberorientierten Vermittlern der Agentur für Arbeit und des Job-Centers, das auf die stellenbezogenen Bedürfnisse und Interessen von Betrieben und Unternehmen spezialisiert ist. "Je größer die Auswahl an Stellen und je differenzierter die Beschreibung des konkreten Arbeitsplatzes ausfällt, umso effizienter und schneller ist die Besetzung der Arbeitsplätze mit einem passgenauen Arbeitnehmer", betont Heidrun Schulz, Leiterin der Agentur für Arbeit Göppingen und appelliert damit an die Betriebe, sowohl freie Arbeits- als auch Ausbildungsplätze den Vermittlungsteams zu melden.

Insgesamt liegen die 3 758 zur Verfügung stehenden gemeldeten Stellen in fünf der Geschäftsstellen deutlich über dem Vorjahresniveau. Im Vergleichsmonat des Vorjahres waren 3 474 Stellen gemeldet. Lediglich in der Geschäftsstelle Esslingen sind die gemeldeten Stellen rückläufig.

Die Kurzarbeit hat jahreszeitlich bedingt leicht zugenommen. Im März (die Kurzarbeiterzahlen werden um einen Monat zeitversetzt veröffentlicht) gab es im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen 3 801 Kurzarbeiter. 202 Betriebe hatten Kurzarbeit angemeldet (Landkreis Göppingen: 1 290 Kurzarbeiter in 88 Betrieben; Landkreis Esslingen: 2 511 Kurzarbeiter in 114 Betrieben). Gegenüber März 2005 waren jetzt 912 oder 31,6 Prozent und damit deutlich mehr Männer und Frauen in Kurzarbeit.

Mit dem Einsatz arbeitsmarktpolitischer Instrumente konnte für zahlreiche Personen im Bezirk der Agentur für Arbeit die Arbeitslosigkeit beendet oder gar verhindert werden. Insgesamt konnten in 6 102 Fällen arbeitslose Menschen von den arbeitsmarktpolitischen Instrumenten profitieren.

Schwerpunkt bildet dabei die Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit, durch die im April 2 945 Menschen beim Aufbau einer eigenen Existenz unterstützt wurden. Intensiv wurde auch das Instrument der Trainingsmaßnahmen eingesetzt, durch das zum einen die Eignung für eine berufliche Tätigkeit festgestellt werden kann und Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt werden, aber auch die Selbstsuche oder die Vermittlung von Arbeitslosen unterstützt wird. Insgesamt nahmen 573 Menschen an einer solchen Trainingsmaßnahme teil.

Das im Februar begonnene leichte Absinken der Arbeitslosigkeit setzt sich auch im April weiter fort. Nach einem deutlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit von jungen Männern und Frauen zum Jahreswechsel sind im April 183 weniger Menschen (das sind minus 6,7 Prozent) unter 25 Jahren noch arbeitslos gemeldet; ihre Zahl liegt nun bei 2 567. Im März waren noch 2 750 gemeldet. Auch bei den Jugendlichen unter 20 Jahren spiegelt sich eine leichte Besserung wider: mit 381 sind nun 17 Personen (minus 4,3 Prozent) weniger ohne Arbeit. Der Vorjahresvergleich fällt trotz der vor einem Jahr durch Hartz IV ausgelösten umfassenderen statistischen Erfassung mit einem Minus von 626 jungen Männern und Frauen (minus 19,6 Prozent) gegenüber dem März 2005 ausgesprochen günstig aus. Der intensive Kontakt der Agentur für Arbeit und der Kommune zu den jungen Menschen und die Fördermaßnahmen zeigen darin ihre Wirkung.

Bei den Arbeitnehmern, die 50 Jahre und älter sind, ist im Vergleich zum Vormonat ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Im April waren mit 6 167 Menschen 44 mehr Frauen und Männer arbeitslos (plus 0,7 Prozent) als noch im Vormonat März. Damit ist rund ein Viertel aller registrierten Arbeitslosen 50 Jahre und älter. Mit dem Programm "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen" versucht die Agentur für Arbeit dieser Entwicklung entgegen zu steuern.

pm