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Keine Konkurrenz für den Beigeordneten

Im März 2006 endet die Amtszeit des Technischen Beigeordneten der Stadt Nürtingen. Amtsinhaber Wilfried Hajek bewirbt sich erneut.

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NÜRTINGEN Auf die Stellenausschreibung haben sich noch fünf weitere Kandidaten beworben. Vier hat der beschließende Ausschuss zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Doch keiner hat das Anforderungsprofil getroffen.

Am 20. Dezember steht die Wahl des Technischen Beigeordneten auf der Tagesordnung des Nürtinger Gemeinderates. Nach Ablauf der ersten Amtsperiode stellt sich Wilfried Hajek erneut zur Wahl. Doch nicht nur Hajek hat Interesse an der Position: Auf die Stellenausschreibung haben sich bei der Stadt Nürtingen fünf weitere Interessenten gemeldet und ihre Bewerbung eingereicht.

Ende November hat der beschließende Ausschuss, der sich aus Oberbürgermeister Otmar Heirich und zwölf Vertretern des Nürtinger Gemeinderates zusammensetzt, die Unterlagen gesichtet und vier Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Drei Herren und eine Dame im Alter zwischen 39 und 48 Jahren hatten Gelegenheit, die Nürtinger Kommunalpolitiker von ihren Vorzügen zu überzeugen. Alle vier Bewerber haben Architektur beziehungsweise Städtebau studiert, sind aber nur zum Teil in diesem Bereich tätig.

"Keiner der Kandidaten hat das Anforderungsprofil getroffen", fasste Hauptamtsleiterin Carmen Speidel das Ergebnis der Vorstellungsrunde zusammen. Sowohl fachliche als auch persönliche Defizite hätten letztlich nach längerer Diskussion im Gremium zu der Entscheidung geführt, keinen der Bewerber zur Vorstellung im Gemeinderat einzuladen. Im Ausschuss, so Carmen Speidel, habe man mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass kein Kandidat an die Kompetenz des derzeitigen Amtsinhabers Wilfried Hajek herankomme.

Aufgabe der Hauptamtsleiterin ist es jetzt, die Interessenten darüber zu informieren, dass ihnen vom beschließenden Ausschuss die Chance verwehrt wurde, sich dem Gemeinderat zu präsentieren. Den Kandidaten steht es dann frei, ob sie ihre Bewerbung aufrechterhalten oder zurückziehen, so die Hauptamtsleiterin. "Eine Vorstellung ist ja auch mit einem finanziellen und zeitlichen Aufwand verbunden." Die Ausschuss-Mitglieder sahen es als Gebot der Fairness, bei den Kandidaten keine falschen Hoffnungen zu wecken.

Am Dienstag, 20. Dezember, erhält nun nur der 49-jährige Hajek Gelegenheit, dem Gemeinderat gegenüber deutlich zu machen, warum er sich für weitere acht Jahre um das Amt des Technischen Beigeordneten in Nürtingen bewirbt. Auf den Stimmkarten für die Beigeordneten-Wahl werden sowohl der Name von Wilfried Hajek als auch die Namen der Bewerber, die bis dahin ihre Kandidatur nicht zurückgezogen haben, stehen. Der Wahlmodus sieht vor, dass ein Bewerber im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit benötigt, das heißt bei 41 Gemeinderäten plus Oberbürgermeister mindestens 22 Stimmen. Im zweiten Wahlgang reicht die einfache Mehrheit. Auf das Abstimmungsverhalten des Gemeinderates darf man gespannt sein.